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Zwischen Vulkanen und Wasser in Puerto Varas

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Puerto Varas - ein Ort, der so weit weg ist und dabei doch so wunderschön. Bis vor wenigen Tagen war uns Puerto Varas sogar noch gänzlich unbekannt. Dabei liebe ich unsere Art zu reisen. Wir haben keine Ahnung davon, was wir in einem Land erleben wollen. Naja. Zumindest wenig Ahnung. Dann fragen wir einfach Einheimische und die senden uns an die schönsten Spots in ihrem Land.

Dieses Mal war es Verónica aus unserer Unterkunft in Valparaiso. Sie meinte zu uns, wir sollten zwingend nach Puerto Varas fahren. Es sei einmalig. Die Ortschaft läge an dem blauen See Llanquihue und wäre umgeben von drei Vulkanen.


Willkommen unbekanntes Puerto Varas

Mayestätisch umgegeben die drei Vulkane diesen Ort in der Region de los Lagos (Region der Seen) tatsächlich. Dabei ist Puerto Varas fantastisch für alle Outdoor-Liebhaber. Die hiesigen Seen laden zum Kayaken ein. Zudem lassen zahlreiche Pfade entlang des Wassers, im Nationalpark Alerce Andino und auf den Vulkanen die Wanderherzen höher schlagen. Natürlich kommen entlang der Wege auch Fahrradfahrer auf ihre Kosten.

Puerto Varas selbst fährt mit zahlreichen gemütlichen Café’s, leckeren Restaurants und einladenden Läden auf. Wer beispielsweise für seine Reise gen Süden noch Outdoor-Klamotten braucht, kann hier zuschlagen. Zudem offeriert die Strandpromenade ein Ziel für gemütliche Strandspaziergänge. Tagsüber lässt es sich im Sommer baden, während am Abend der Sonnenuntergang bewundert werden kann. Einfach herrlich!

Puerto Varas: Sonnenuntergang
Sonnenuntergang in Puerto Varas - ein wahres Erlebnis!


Puerto Varas: Strandpromenade am Tag
So sieht die Strandpromenade in Puerto Varas bei Tag aus - mit unseren Schatten wohl bemerkt.


Eine Busfahrt wie in der Business Class

Zwischen Valparaíso und Puerto Varas liegen circa Eintausdend Kilometer. Übersetzt man das in Busstunden, so kommt eine Fahrt von ungefähr 12 Stunden zusammen.

Gelobt seien dabei die chilenischen Busse. So erinnern die Sitze hier, ähnlich wie in Argentinien, an die Business Class im Flugzeug. Auf der gleichen Busbreite wie in Deutschland kommen dabei nur drei Sitze. Entsprechend breit sind diese. Zusätzlich lassen sich die Plätze in Bettähnliche Positionen bringen. Ein Schlafen bei langen Nachtfahrten ist deswegen tatsächlich möglich und mit 30.000 Pesos (circa 42 Euro) für unsere 12 Stunden zudem erschwinglich.


Freundlichkeit, Gemütlichkeit und Schönheit in nur einem Hostel

Pünktlich zum Frühstück sind wir damit in unserem Hostel Margouya Patagonia () angekommen. Trotz dem Schlaf in den Augen waren wir begeistert. So erwartete uns ein Haus im Kolonialstiel, mit knackenden Holzdielen, hohen Wänden und einem gemütlichen Kamin. Die Atmosphäre in dem Hostel war vom ersten Augenblick an grandios und der französische Besitzer Pierre hat die persönliche Bindung noch verstärkt.

Dabei ist das Hostel so beliebt, dass ein kurzfristiges Buchen schier unmöglich ist. Nachdem die Wettervorhersage in Puerto Varas täglich besser wurde, mussten wir mit unseren spontanten Verbleibplänen mehrmalig das Zimmer wechseln. Hierbei konnten wir uns jedoch glücklich schätzen, immer noch eins der begehrten Zimmer abzubekommen.

Puerto Varas: Hostel
Die zweite Etage in dem wunderschönen Hostel.


Nationalpark Alerce Andino

Mit Puerto Varas hat es Mutter Erde wirklich gut gemeint. Eine so wunderschöne Ortschaft, an einem blauen See, mit Bergen und Vulkanen zu erschaffen, grenzt schon an ein Wunder. Natürlich gibt es hier auch einen Nationalpark!

Puerto Varas: Natur pur
Natur pur! Ein wunderschöner Park offenbart sich jedem Besucher.


Direkt am ersten Tag sind wir deswegen aufgebrochen, den Park Alerce Andino genauer zu erkunden. Für 2.500 Pesos (circa 3 Euro) hat uns der örtliche Bus nach einer einstündigen Fahrt nach Petrohué gefahren.

Hier meldet man sich beim örtlichen Ranger an und hat dann drei Wanderungen zur Auswahl. Dabei stehen kurze, wie lange Wanderwege auf dem optionalen Programm.

Wir sind die kurze Runde gegangen und hatten damit genug Zeit für ein ausgiebiges Picknick mit einem Blick über den hiesigen Lago Chapo.

Die Wanderungen sind extrem gut ausgeschildert. Durch den sandigen Untergrund fällt das Laufen aber etwas schwerer, als normalerweise.

In Petrohué könnte man den Tag auch noch mit einer Bootstour für 4.000 Pesos abrunden oder circa 2 Kilometer vor dem Ort für 4.000 Pesos einen Wasserfall anschauen. Wir haben auf beides verzichtet.

Puerto Varas Beschilderung
Hier war die Beschilderung doch sehr witzig! Bitte nicht vorbei gehen, sondern mitten durch!


Puerto Varas Sandiger Untergrund im Nationalpark
Sandig und trotzdem schön.


Puerto Varas toller Ausblick im Nationalpark
Was für ein Ausblick beim Mittagessen über den Lago Chapo.


Wandern und Fahrradfahren am Vulkan Osorno

Wie der Mount Fuji in Japan, ragt der Vulkan Osorno in Puerto Varas über den See. Mit einer schneebedeckten Spitze verleiht der Vulkan seinem Anblick ganzjährig etwas ganz Besonderes.

Während hier im Winter ein Skiressort zu Abfahrten einlädt, kommen im Sommer die Wanderer auf ihre Kosten. Na und die Fotografen sowieso.

Puerto Varas Skiressort
Im Winter wird auf dem Vulkan Ski gefahren. Der Lift ist aber auch im Sommer geöffnet.


Auch wir haben eine Tagestour gewagt. Dabei sind wir mit einer Tour vom Hostel aus zu dem Vulkan gefahren. Dieser liesse sich aber auch bequem mit dem öftlichen Bus erreichen. Andere Reisende sind auch hin und her getrampt und haben dabei witzige Erfahrungen gemacht.

Auf unserer vierstündigen Wanderung konnten wir wirklich einmalige Ausblicke ergattern. Der Gletscher auf der einen Seite. Der blaue See mit grünen Hügeln in der Ferne auf der anderen Seite. Das 300 Kilometer entfernte Meer lag dahinter. In der nächsten Richtung lag der Nationalpark. Wir wussten gar nicht, welche Himmelsrichtung wir zuerst bestaunen sollten. Wirklich grandios!

Die Strasse abwärts vom Vulkan sind wir mit Fahrrädern runter gebrettert. Während wir die Serpentinen durchaus fix herunter gerast sind, habe ich mir ganz kurz ausgemalt, wie sich wohl ein kleiner Ausrutscher jetzt auswirken würde. Die Gedanken, die folgten, waren minder schön und ich beschloss, nicht weiter darüber nachzudenken.

Am Ende sind wir alle heil und voller Freude unten angekommen.

Puerto Varas Vulkantour
Atemberaubende Ausblicke vom Vulkan über die Weiten des Landes.


Puerto Varas unser Guide und die Fährräder
Unser Guide Enrique und die Fahrräder warten bereits gut gelaunt.


Radtour in das deutsch geprägte Örtchen Fruitillar

Der gesamten Region um Puerto Varas wird nachgesagt, dass hier viele Deutsche in der nunmehr sechsten Generation leben. Tatsächlich gibt es beispielsweise ein altdeutsches Restaurant in Puerto Varas. Eine buchstäblich deutsche Kolonie sollte jedoch der Ort Fruitillar sein. Dieser liegt circa 25 Kilometer entfernt und ebenso am Lago Llanquihue. Das schreit doch nach einer Fahrradtour.

Für 9.000 Pesos (gut 10 Euro) lässt sich in Puerto Varas ein Fahrrad ausleihen, wobei wir dieses direkt im Hostel haben leihen können.

Der Weg nach Fruitillar führt entlang von alten Bahnschienen, durch den Ort Llanquihue, weiter über Schotter-befüllte Hügel mit schönen Ausblicken. Dabei offenbaren sich Blicke über grüne Grashügel auf den schneebedeckten Vulkan Osorno. Kühe weiden, Kinder spielen und man hat eher das Gefühl, durch die Schweiz zu fahren.

Puerto Varas Ausblick in Fruitillar
Was für ein Ausblick in Fruitillar - über den See bis zum schneebedeckten Vulkan.


Puerto Varas Fahrradtour
Die Fahrradtour führt entlang von alten Schienen.


Kuchen in Fruitillar

In Fruitlillar angekommen findet man auf den Speisekarten der hiesigen Café’s Kuchen! Kuchen - genau so steht es in der Karte. Und Kuchen bekommt man auch, wenn man diesen ordert. Und zwar in verschiedenen Varianten, von Strudel, über Himbeer- bis hin zur Nusstorte. Dabei haben die Kuchen eines gemeinsam: sie sind super lecker!

Mit etwas Glück findet sich ein Counterpart für das Fahrradfahren. So sind wir nur eine Strecke mit dem Fahrrad und einen Weg mit dem örtlichen Bus gefahren (1.000 Pesos, circa 1,20 Euro).

In Frutillar haben wir dann zwei nette, französische Mädels zum Kaffee trinken und zum Fahrradtausch getroffen.


Empfehlungen

Genug Bargeld mitbringen

Leider haben wir in ganz Chile nur zwei Banken gefunden, an denen man ohne Unsummen an Gebühren Geld abholen konnte: die rote Scotiabank und die blaue Banco Security. Weder die eine, noch die andere Bank existiert in Puerto Varas.

Deswegen empfiehlt es sich, an einer der beiden Banken in einem anderen Ort genug Bargeld abzuholen und mitzubringen. Alle in Puerto Varas ansässigen Banken verlangen zwischen 4.000 und 6.000 Pesos Gebühren (circa 5 bis 8 Euro). Der abholbare Betrag ist hierbei auf 200.000 Pesos gedeckelt.


Unterkunft in Bar zahlen

Wer in Unterkünften seinen Reisepass mit der Touristenkarte vorlegt und in bar zahlt, braucht die 19 Prozent Mehrwertsteuer im Land nicht zahlen. Da du als Reisender erste Bedingung erfüllst, gilt: bar zahlen!

 

Mesa Tropera

Eine leckere Pizza mit Seeblick essen und dabei einen Pisco Sour schlürfen? Beides geht im Mesa Tropera beim Sonnenuntergang besonders gut. Das hippe Restaurant liegt direkt am See und du solltest unbedingt zwei bis drei Tage vorher reservieren.

Puerto Varas: Mesa Tropera
Leckeres Abendessen im Mesa Tropera.

 

Schlussplädoyer

Puerto Varas hat schnell unsere Herzen erobert und ist zu unserem persönlichen Highlight in Chile aufgestiegen. Mit so einem unglaublich großen Outdoor-Angebot, freundlichen Menschen und einem tollen Ort, kam keine andere Destination an Puerto Varas heran.

Kurzum! Puerto Varas gehört auf jede Reiseroute durch Chile!

Für uns ging die Reise von hieraus weiter nach Patagonien. Welche Erfahrungen wir dort gemacht haben, liest du hier.

Puerto Varas: wir stehen auf dem Vulkan Osorno
Wir sagen "viva la vida" aus dem tollen Puerto Varas!




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Christin Wanderlust
Christin Wanderlust
Frau Wanderlust zeigt dir Wege auf, wie du das Reisen und das Arbeiten in der Heimat verbinden kannst. Eine Weltreise muss dabei nicht immer heissen, dass du deinen Job kündigen und alles aufgeben musst. Also schau doch mal vorbei!

2 Kommentare

  1. Gina sagt:

    Oh, wie schön, die vertrauen Bilder wieder zu sehen! Wir waren vor fünf Jahren dort und es hat uns auch super gefallen. Anbau Anfang Januar gab es in Petrohue Schwärme von dicken, schwarz-roten Stechfliegen. Hattet ihr die auch? Waren super lästig und unsere Tochter hat sich am Petrohue Wasserfall geweigert, aus dem Auto auszusteigen Alle liefen wild mit den Armen wedelnd umher.
    Und der Kuchen in Frutillar – oberköstlich!

    LG
    Gina

    • Oh je, zum Glück gab es diese Fliegen bei uns nicht. Das klingt ja ganz und gar nicht angenehm. Wir haben rund um gute Erfahrungen sammeln dürfen. Leider gab es nur eine Woche später das Erdbeben in der Region um Puerto Varas, aber ich glaube, der Ort ist verschont geblieben. Uns hat jedoch der Schwarm zahlreicher Reisebusse vom Wasserfall abgehalten:-)
      Wie schön, dass es euch auch so gut gefallen hat – einfach schön, dieser Flecken Erde… und lecker.
      Schöne Grüße sendet dir,
      Christin

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