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Im Spannungsfeld zwischen Karriere und Reisen? Ein Balanceakt!

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Ein Dankeschön an ©Pexels, Fotograf: Shiva Smyth - für die Bereitstellung des Header-Bildes.


Ich erinnere mich noch, als wäre es gestern gewesen. Dabei ist es mittlerweile bestimmt neun Jahr her. Gemeinsam mit dem Indonesier Ferry bin ich durch die neuseeländische Landschaft gestapft und wir haben über das Leben philosophiert.

Mit Mitte Zwanzig überlegte ich damals, ob ich wohl lieber damals viel reisen sollte oder später einmal. Beides hatte so seine Vor- und Nachteile. Ferry war ganz verdutzt. ”Wieso muss du dich entscheiden? Kannst du nicht jetzt viel reisen und später immer noch?”

Was?

So viel Pragmatismus?

Aber wann sollte ich denn Karriere machen und Geld verdienen? So, wie man das in Deutschland so macht?

Mein Leben anders zu leben, als alle anderen, kam mir damals noch nicht in den Sinn.


Der Reise-Bug hat seine eigenen Regeln

Doch dann habe ich mich verliebt. Verliebt in das Reisen, in das Unterwegs sein, in das Neue entdecken und in die Abwechselung, die es ”da draussen” gibt.

Zurück in der Arbeitswelt und in der Routine eines Jobs in Festanstellung wurde mir schnell klar, dass das hier nicht mein Weg werden könnte. Tag ein, Tag aus in ein Büro laufen, Meetings abhalten, das Hamsterrad-Leben.

Allerdings wollte mich auch nicht mit schlecht bezahlten Jobs nur gerade so über Wasser halten. Ich hatte mich an ein gutes Gehalt gewöhnt und wollte auch weiterhin gutes Geld verdienen, wenn ich arbeitete.

Außerdem gab es durchaus auch Seiten, die ich an meinem Job genossen habe. Die Vielfalt der Aufgaben zum Beispiel, die Verantwortung und das ständige Lernen.

Irgendwie musste es daher für mich einen goldenen Mittelweg geben, um das Arbeiten und das Reisen zu verbinden.

 

Man entdeckt keine neuen Erdteile, ohne den Mut zu haben, alte Küsten aus den Augen zu verlieren.

- André Gide
 
 

Was bedeutet Karriere eigentlich?

So startete meine Suche nach der Balance zwischen Karriere und Reisen. Wie konnte ich weiter an beruflichen Herausforderungen in meinem Job wachsen und gleichzeitig die Welt entdecken?

Dabei stellte sich mir immer mehr die Frage, was Karriere eigentlich für mich bedeutete? Ich habe Kollegen in meiner damaligen Unternehmensberatung und in einer grossen deutschen Bank gesehen. Sie arbeiteten viel, rangen nach Titeln und Gehaltserhöhungen.

Also machte ich das einfach erstmal nach.

Und Leute, tut das gut! Das Ego geht wirklich so ab, auf mehr Kohle oder höherwertige Titel. Mit den Titeln wuchs die Verantwortung und alles machte in Summe auch mehr Spass.

Doch wo sollte mich das hinführen?



Lese-Tipp: Willst du deine Karriere für eine Zeit gegen die Weltreise tauschen?
Mit dieser Checkliste zum Weltreise planen wird deine Reisevorbereitung zum Kinderspiel




Mal was gelernt auf reisen

Auf einer Urlaubs-Reise zwischen zwei Projekten merkte ich schnell, dass es mehr geben muss! Es existierten so viele Menschen da draussen, die von so viel weniger Geld leben mussten. Dennoch schienen sie zufrieden und glücklich zu sein.

Nicht nur das!

Der Eindruck machte sich bei mir breit, dass es ihnen mit weniger Geld, aber mehr Zeit durchaus sogar besser ging.

Eine Karriere musste als mehr betrachten, als nur das reine Arbeitsleben.

Die Bedeutung meines Umfeldes wurde mir mit einmal bewusster. Ich hatte eine fantastische Familie und tolle Freunde. All das schien mir immer selbstverständlich.

Doch das war es nicht.

Und mir wurde immer klarer, dass Beziehungen sich nur dann halten, wenn ich weiterhin Zeit darin investieren würde. Das war mir wichtig.

Gleichzeitig wollte ich weiter die Welt bereisen und neue Dinge sehen, denn ich hatte Blut geleckt.


Kkarriere und Reisen verbinden. 2011 in Neuseeland war ich auf der Suche nach meinem Weg.



Karriere und Reisen lassen sich vereinbaren

Heute, viele Jahre später kann ich sagen, eine Karriere und Reisen lassen sich wunderbar kombinieren. Es ist kein schwarz oder weiss.

Gerade in der heutigen Zeit sind unsere Möglichkeiten, beides zu verbinden, besser denn je.

Für mich selbst ist die Suche nach der Balance zwischen Karriere und Reisen im Freelancer Model geendet.

Aber auch in einer Festanstellung lassen sich eine Karriere und Reisen heute besser vereinbaren denn je. Viele Unternehmen haben erkannt, dass es wichtig ist, ihren Mitarbeitern Entfaltungsmöglichkeiten zu geben.

Der Arbeitsmarkt läuft für viele von uns günstig und so sind immer mehr Menschen bereit, Jobs für die Reise-Erfahrung zu kündigen.

Das wissen auch viele Chefs und bieten lieber Modelle an, die den Job und eine Weltreise verbinden können. Unbezahlter Urlaub, ein Sabbatical oder Freizeitausgleich von Überstunden.

Viele Unternehmen werben auch auf ihrer Karriere-Seite mit diesen Modellen, um die guten Kandidaten in ihre Firmen zu locken.

Eine längere Weltreise ist heute auch längst kein Makel mehr im Lebenslauf.

”Die Lebensläufe mit gut genutzten Lücken sind für mich spannender, als die gradlinigen Wege von Bewerbern, die aber nichts erlebt haben”, sagte mal die Personalerin einer Unternehmensberatung zu mir.


Ein Jobwechsel kann die Karriere anfeuern und bringt Raum für eine Reisepause

Die Vereinbarung von Karriere und Reisen muss dabei jedoch nicht immer in Abstimmung mit dem aktuellen Arbeitgeber erfolgen. Manchmal macht das Unternehmen, für das man gerade arbeitet, auch nicht mit. Es gibt tatsächlich Firmen, die den Knall noch nicht gehört haben.

Zum Glück sind wir weder mit unserem Job, noch mit unserem Chef oder unserer Chefin verheiratet. (Puh! In den meisten Fällen zumindest, würde ich unterstellen.)

Die Kündigung eines Anstellungsvertrags kann auch Wunder wirken und die Karriere selbst nach einer Weltreise steil bergauf befördern.

Ich selbst und auch Freunde von mir können von positiven Gehalts- und Verantwortungsentwicklungen nach einem Jobwechsel im Zuge der Weltreise berichten. So lohnt sich ein Jobwechsel oft nicht nur zum Einlegen einer Reisepause, sondern auch zum Anfeuern der eigenen Karriere.



Lese-Tipp: Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um eine Auszeit vom Job zu verwirklichen...
5 Modelle, mit denen es dir gelingt, deine Auszeit zu nehmen um Reisen zu gehen




Karriere kann auch anders funktionieren

Es muss natürlich nicht immer die Festanstellung sein. Wichtig ist, für sich zu definieren, was einem an einer Karriere wichtig ist.

Immer mehr suchen ihren eigenen Weg im Dschungel der Selbstständigkeit und auch dafür stehen die Zeichen super. Es gibt große Communities, wie beispielsweise den Citizen Circle, in denen man sich auf dem Weg in die Selbstständigkeit unterstützt.

Die unendlichen Möglichkeiten des Internets bieten eine große Hilfe auf dem Weg in die Selbstständigkeit. Karriere kann also auch anders gehen, als im klassischen Sinne.


So schön kann die Kombination aus Karriere und Reisen sein. Hier auf einer Wanderung durch das Himalaya Gebirge in Nepal.



Träume leben müssen! Weil wir es können!

Machen wir uns nichts vor. Eine Karriere und Reisen zu verbinden, ist ein Balance-Akt. Einfach geht anders, aber einfach kann auch jeder.

Am Ende des Tages haben wir zudem keine wirkliche Wahl, oder?

Wenn es unser Traum ist, den Job und das Weltenbummeln zu kombinieren, dann müssen wir es tun. Wir leben in einer Zeit so vieler Möglichkeiten und wir leben nur dieses eine Mal.

Es gibt noch heute viele unserer Mitmenschen, die in Regimen oder unter Verhältnissen leben, die es ihnen nicht erlauben, sich selbst zu verwirklichen und zu entfalten. Ich selbst bin als Kind des Ostens in so einem Umfeld groß geworden.

So ein bisschen denke ich mir immer, ich bin es nicht nur mir selbst schuldig, die Welt zu bereisen und das Alles da draussen zu entdecken. Genauso bin ich es meiner Familie schuldig, vor allem meinem wunderbaren Opa. Er ist leider mit der Grenzöffnung 1989 verstorben und hätte andernfalls mit Sicherheit auch die Welt zu seinem zu Hause gemacht.

Auch ohne solch eine tragische Geschichte, stehen wir uns spätestens selbst in der Schuld, unsere Träume zu verwirklichen!

Und damit endet die Erzählung davon, wie Frau Wanderlust ihre Karriere und das Reisen auf einem dünnen Baumstamm balancierte :-)



Wie steht es mit Dir? Versuchst du auch, deine Karriere und das Reisen zu verbinden? Erfolgreich?

”Suchst du noch oder balancierst du schon”, auf deinem Weg?

Ich freue mich wie immer, auf deinen Kommentar, am Ende dieses Beitrages.

Christin Wanderlust
Christin Wanderlust
Frau Wanderlust zeigt dir Wege auf, wie du das Reisen und das Arbeiten in der Heimat verbinden kannst. Eine Weltreise muss dabei nicht immer heissen, dass du deinen Job kündigen und alles aufgeben musst. Also schau doch mal vorbei!

4 Comments

  1. Jenny sagt:

    Hi Christin,
    Ja ich kenne diese Beruf ODER reisen Problem auch ganz gut. Seit nun guten 6 Jahren versuche ich die Balance zu schaffen mit mehr oder weniger Erfolg. Ich wollte mich Selbständig machen hatte aber wortwörtlich nicht den Mut dazu. Also Festanstellung-kündigen-reisen und alles wieder von vorne. Bisher habe ich leider noch nicht das Optimale für mich gefunden aber ich weiß es wird kommen.

    • Hey Jenny,

      danke dir für deinen Kommentar. Ich glaube, es ist genau so, wie du sagst. Irgendwann wird sich dein Weg ebnen, weil sich irgendwann Gelegenheiten ergeben, die man noch nicht voraussehen kann. Ich drücke dir fest die Daumen, dass sich was findet.

      Schöne Grüße

      Christin

  2. Eva Sartory sagt:

    Liebe Christin,
    ich freue mich unglaublich, dass Du Dein Lebensmodell gefunden hast und glücklich bist!! Ich genieße es immer wieder Deine Posts zu lesen. Liebe Grüße Eva

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