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Von Kaffee, Ausblicken und Dauerregen in Salento

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Wie heisst es so schön? Manchmal verliert man und manchmal gewinnen die anderen? So ungefähr haben wir uns im dennoch wunderschönen Salento gefühlt. Grund hierfür war das durchaus optimierungsbedürftige Wetter, das uns mit viel Regen versorgt hat.

Ach ja, ich schreibe das und komme mir dabei so deutsch vor. Immer findet sich etwas, warum wir uns beschweren können. Dabei ist Salento direkt nach Guatapé doch ebenso ein Highlight schlechthin in Kolumbien.

Salento; verregneter Ort
Willkommen im verregneten Salento


Salento, das Paradies für Kaffeeliebhaber

Das bunte, farbenfrohe Salento ist einem jeden Kaffeeliebhaber, der einmal in Kolumbien gewesen ist, wohl bekannt. So führt an diesem Ort kein Weg vorbei, wenn man Kaffee mag. Jetzt bin ich nicht ganz sicher, ob du das schon raus gelesen hast. Aber ja! Wir lieben Kaffee! Somit waren wir in Salento im Paradies angelangt.

In dem beschaulichen Ort wohnen circa 7.250 Einwohner. Tiefenentspannt tauschen sich hier Einheimische mit Reisenden aus und leben irgendwie gemeinsam vor sich hin. Der gemeinsame Marktplatz, auf dem am Wochenende zahlreiche Essstände auf Einheimische und durchreisende Besucher warten, fördert diesen Austausch.

Salento; Leben in dem Ort
Leben in dem Ort Salento


Salento; der Marktplatz
Der Marktplatz, auf ihm warten Essenstände und die Willys, die in das Valle de Cocora fahren


Rund herum um Salento wird Kaffee angebaut. Nicht zuletzt deswegen wird die Region auch als Zona Cafetera - Kaffeezone - bezeichnet.

Neben zahlreichen Kaffeeplantagen, ist Salento auch bekannt für das benachbarte Valle de Cocora und seinen schönen Aussichtspunkt Mirador Alto de la Cruz. Die Atmosphäre ist der in Guatapé ähnlich und so haben wir uns auch hier unglaublich wohl gefühlt. Dabei mag ich Orte, in denen man einfach überall hin laufen kann und nicht auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist.

Salento; Sonnenuntergang im Mirador
Sonnenuntergang am Mirador Alto de la Cruz


Salento; Sonnenuntergang im Mirador, die Zweite
Sonnenuntergang am Mirador Alto de la Cruz, weil ich mich nicht für das schönere Bild entscheiden konnte


Anreise aus Guatapé

Wir sind an einem Tag direkt von Guatapé bis nach Salento gefahren. Das war ein recht weiter Ritt und beim nächsten Mal würden wir wohl einen Zwischenstop über Nacht in Medellín einlegen.

In Medellín gibt es zwei Busbahnhöfe und je nachdem in welche Richtung man die Stadt verlässt, ist entweder der Nord- oder der Südbahnhof das richtige Ziel. Nun kommt man aus Guatapé im Norden an. Salento liegt aber im Süden der Stadt. Dadurch führt der erste Bus aus Guatapé nach circa 1,5 Stunden zum Terminal del Norte. Von dort aus bringt einen der Shuttlebus alle 15 Minuten durch das Verkehrschaos in Medellín zum Terminal del Sur - das dauert circa 30 Minuten. Hier wiederum gibt es mit Flota Occidental dreimal am Tag die Option direkt nach Salento zu fahren (9.00 Uhr, 11 Uhr, 13 Uhr). Diese Fahrt dauert circa sieben Stunden, mit Regen und Stau auch schonmal neun.


Unterkunft in Salento

Glücklicherweise hatten wir im Bus eine Internetverbindung, denn ein Hostel wollten wir eigentlich spontan buchen. In Salento ist alles dicht beeinander und so lässt es sich problemlos von Hostel zu Hostel laufen, ohne vorab eine Buchung zu tätigen. Das ist allerdings keine gute Idee, wenn man am Abend nach 20 Uhr ankommt. Dann nämlich machen auch die Einheimischen langsam Feierabend.

Wir haben uns aufgrund der guten Bewertungen bei Booking.com für das Familienbetriebene Bed and Breakfast Posada Tolima () entschieden. Für Paare ist das eine hervorragende Wahl. Die Familie ist super freundlich. Zudem bekommt man für 70.000 Pesos in der Woche bzw. 80.000 Pesos am Wochenende (circa 22 bzw. 25 Euro) neben einem sauberen, schönen Zimmer auch noch ein tolles Frühstück oben drauf. Einzig für Alleinreisende ist das Hostel nicht der beste Ort, um Leute zu treffen.


Von Dauerregen und Kaffeetouren

Rund um Salento gibt es verschiedene Kaffeeplantagen, viele von ihnen bieten Touren an. Wir selbst sind leider nicht in den Genuss einer Kaffeetour gekommen.

Auf der Suche nach Kaffeeplantagen wurden wir vom Dauerregen begleitet. Nachdem wir die Carrera 5 westwärts aus Salento über eine Brücke verlassen haben, sind wir schnell auf eine Schotterpiste gekommen. Diese führt Kurven- und Hügelreich (sowie für uns Regenreich) hin zu verschiedenen Kaffee Fincas. So liegen die Fincas Ocaso, Don Elias und Arzacia auf dem Weg.

Dauerregen-bedingt sind an unserem Tag die Touren ausgefallen. In einem Haus auf dem Wegesrand haben wir aber einen lecken Regen-Kaffee bekommen. Immerhin!

Hätten wir noch Zeit gehabt für eine Tour, hätten wir aber entweder die Tour in der Ocaso Finca oder beim Jesús MartÍn gemacht (siehe bei Tripadvisor für Bewertungen). Wer eine Tour bei Don Elias in Betracht zieht, findet bei den Reisedepeschen einen schönen Erfahrungsbericht.

Salento; Wanderung auf der Suche nach Kaffeefincas
Auf der Suche nach Kaffeefincas, auf dem Rückweg kam sogar mal kurz die Sonne durch


Kaffee gibt es natürlich auch in der Stadt

Natürlich kommt der gute Kaffee auch in den Café’s in Salento in die Tassen. Mein kolumbianischer Kumpel David hat mir gerade noch das Café Jesús Martín empfohlen. So saßen wir dort und waren von der Begeisterung übermannt.

Das Café ist ein absolutes Muss für jeden Besucher des Ortes. Dabei ist nicht nur der Café grandios. Auch sind die Mitarbeiter unglaublich freundlich. Wer eine Chimex bestellt, kommt in den Hochgenuss der Kaffeekultur.

So wie Waldemar. Mit der Chimex kommt nämlich nicht nur die Slow Kaffee Variante auf den Tisch, sondern auch eine ausführliche Beratung. Woher kommt der Kaffee? Wieso bereiten wir diesen jetzt genau so zu, wie wir es tun und überhaupt? Dass der Kaffee dann auch noch fantastisch schmeckt, bedarf wohl keiner Erwähnung.

Neben diesem Café gibt es in Salento aber zahlreiche Weitere, die guten Kaffee servieren. Falsch machen kann man da sicher nichts.

Salento; Das Cafe Jesus Martin
Nette Blicke an der Theke


Salento; Chimex im Cafe Jesus Martin
So sieht sie aus, die Chimex


Riesenpalmen im Valle de Cocora

Das Valle de Cocora liegt unweit von Salento entfernt und ist für seine riesigen Palmenbäume bekannt. Diese wachsen bis zu 60 Meter in die Höhe. Hierbei schwärmen alle Augenzeugen von dem Ausblick über das Valle.

Salento; im Valle de Cocora
Valle de Cocora verspricht eigentlich einen grandiosen Ausblick


Salento; im Valle de Cocora zum zweiten
Wir mussten allerdings Regenbedingt mit etwas Mystik Vorlieb nehmen


Abfahrt in das Valle de Cocora vom Marktplatz

Auf dem zentralen Marktplatz in Salento fahren so genannte Willys (Jeeps) die circa 12 Kilometer in das Valle. Am Wochenende fahren die kleinen Jeeps sehr häufig. Der Erste startet morgens um 6.10 Uhr und dann geht es ab 7.30 Uhr bis 17.30 Uhr jede Stunde in das Valley. Wenn ein Jeep voll ist, fährt er aber auch zwischendurch los. Der letzte Willy zurück aus dem Park fährt 18 Uhr.

Unter der Woche sollte man sich am Marktplatz aber über die Abfahrtzeiten informieren. Zum Zeitpunkt unseres Besuchs sind die Willys unter der Woche um 6.10 Uhr, 7.30 Uhr, 9.30 Uhr, 11.30 Uhr , 14 Uhr und 16 Uhr gefahren. Der letzte Richtung Salento fährt um 17 Uhr aus dem Valley los.

Die circa 20 Minütige Fahrt kostet 3.400 Pesos in eine Richtung und wird beim Fahrer bezahlt.

Salento; die Willys
Da stehen die Willys und warten auf Abfahrt


Im Valle angekommen

In dem Valle de Cocora gibt es mehrere Restaurants. Diese wurden von anderen Besuchern für gut geheißen, wir selbst haben aber dort nicht gegessen.

Im Valle de Cocora selbst gibt es einen wunderschönen Wanderweg durch diese einmalige Quindio Region. Dieser führt zunächst durch den Nebelwald zu einem Colibri-Haus. Hier bekommt man für 5.000 Pesos zahlreiche Colibris zu Gesicht und leckeren Kaffee oder heisse Schokolade dazu serviert. Auf dem Rückweg lässt es sich herlich durch den Palmenwald laufen. In Summe dauert diese tolle Wanderung, über viele Brücken und durch grüne Wälder und entlang von Wasserfällen 3 bis 4 Stunden.

Salento; Colirbri im Valle de Cocora
Was für ein wunderschöner Vogel, der Colibri


Salento; Wasserfall
Der Wasserfall wartet entlang der Wanderung


Die genaue Tourbeschreibung findest du im Kasten.

 

 

Tourenbeschreibung im Valle de Cocora

  • Steige an dem Restaurant Los Orillos aus dem Willy aus (easy, eigentlich hält der nämlich nur da). Hinter dem Restaurant ist ein blaues Tor, da geht der Wanderweg los.
  • Nach ungefährt fünf Minuten kommst du auf einen Fluss zu. Überquere diesen und laufe nach links weiter.
  • Nach vielleicht 15 bis 20 Minuten startet ein Wald. Laufe weiter, es wird nur schöner. Nach wenigen Minuten kommt eine unscheinbare Abzweigung nach links. Dort geht es zu einem kleinen Wasserfall.
  • Wenn du dich erfrischt hast, steige die paar Meter wieder hoch zum Weg.
  • Du läufst weiter und wirst den Fluss über einige, wacklige Brücken mehrmals überqueren. Irgendwann einmal teilt sich der Weg und geht nach links oder nach rechts. Wähle den rechten Weg, aber merke dir den Linken.
  • Wenn du dem rechten Weg folgst, kommst du irgendwann an die Colibri-Farm. Dort bekommst du für 5.000 Pesos Eintritt ein Heißgetränk deiner Wahl.
  • Nach der Stärkung läufst du zurück zu dem Punkt, an dem du zuvor nach rechts abgebogen bist. Dieses Mal nimmst du die andere Abzweigung und steigst Bergauf. Der Weg verläuft weiter immer der Nase nach. Hier wirst du wunderschöne Ausblicke auf das Valley de Cocora mit seinen hoch gewachsenen Palmenbäumen haben (wenn du nicht im Regen und in den Wolken versinkst:-)).
  • Der Weg mündet in der Strasse (an der Strasse nach links weg laufen) und du kommst wieder am Anfang blauen Gate an.
 

 

Empfehlungen

 

 

Cafe Bernabe Gormet

Ein tolles Restaurant für das Abendessen ist das Cafe Bernabe Gormet. Hier gibt es Fusion Quisine und mit einem ansprechenden Preis-/Leistungsverhältnis zaubert die Küche tolle Gerichte auf den Tisch.

Kaffeeliebhaber aufgepasst! Hier gibt es einen Cocktail mit Kaffee (lecker!) und zur Hauptspeise Lachs mit Kaffeesoße. Wer dann noch einen Kaffee danach trinkt, ist wirklich voll auf seine Kosten gekommen.

Salento; Blick in das Lokal
Ein Blick von der Terrasse in das Lokal am Abend

 

 

La Mojiteria

In der Mojito-Bar La Mojiteria gibt es wohl die besten Mojitos in ganz Kolumbien. Die Geschmackssorten sind dabei so vielfältig, wie die Farben eines Papagai. Ab und an gibt es Live-Musik und wenngleich der Laden von außen schon in Endstimmung aussehen mag, kann man hier eine tolle Zeit erleben.

 

Schlussplädoyer

Wir haben Salento sehr genossen und können diesen Ort nur empfehlen. Für alle Kaffeeliebhaber führt sowieso überhaupt gar kein Weg an Salento vorbei.

Die Tatsache, dass man mit den Einheimischen so einfach ins Gespräch kommt und die Naturverbundenheit haben uns zudem begeistert.

Salento ist zwar sowohl von Bogotá, als auch von Medellín ein Stückchen weg, doch die Anreise lohnt sich!

Salento; Waldemar und ich
Wir grüssen aus dem wunderschönen Salento


 
Christin Wanderlust
Christin Wanderlust
Frau Wanderlust zeigt dir Wege auf, wie du das Reisen und das Arbeiten in der Heimat verbinden kannst. Eine Weltreise muss dabei nicht immer heissen, dass du deinen Job kündigen und alles aufgeben musst. Also schau doch mal vorbei!

2 Kommentare

  1. Paul sagt:

    Hallo =)

    Das ist ein sehr schöner Bericht. Nur das Wetter war nicht sehr prickelnd =).

    Ich möchte unbedingt auch mal nach Kolumbien, eine gute Freundin von mir kommt aus Barranquilla.

    War der Café in Salento eigentlich teuer ?

    • Hallo Paul,

      vielen Dank für deinen Kommentar und deine Worte! Das Wetter hätte tatsächlich besser sein können. Aber ich glaube, die Region ist bekannt für viel Regen.

      In Baranquilla war ich auch kurz. Die sind ganz stolz auf Shakira, die auch aus dieser Stadt kommt.

      Eigentlich überall in Kolumbien ist der Kaffee sehr erschwinglich. So auch in Salento. Das Preis-/Leistungsverhältnis ist fantastisch und du wirst es lieben 🙂 Ich glaube, ein Cappuccino hat circa 1,50 Euro gekostet. Super gut 🙂

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