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Vom Reisen und den vier Jahreszeiten

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Was haben das Reisen und die vier Jahreszeiten gemeinsam? Ziemlich viel finde ich!

Der Herbstanfang hat mich wie jedes Jahr wieder etwas überrollt und während die Sonne uns noch die letzten warmen Tage beschert, bereiten wir uns mental schon auf die dunklere und kältere Jahreszeit vor.

Bei diesem Gedanken ist mir aufgekommen, dass es doch ziemlich umfangreiche Gemeinsamkeiten zwischen einer Reise und den vier Jahreszeiten gibt. Genau wie die Jahreszeiten durchläuft auch jede Reise verschiedene Perioden.


Frühling oder Willkommen in der Reiseplanung

Der Frühling bezeichnet den Beginn von etwas Neuem. Nach einem langen, dunklen Winter wird es wieder heller. Die wärmer werdenden Sonnenstrahlen erwärmen unsere Herzen. Blumen kriechen aus der Erde, die Menschen fangen wieder an, ihre Kaffees auf der Straße zu trinken, die Bäume umziehen sich mit ihrem schönen, grünfarbigen Blätterkleid und das Leben erwacht.

Frühlingserwachen

Für viele unter uns ist das auch die Zeit, in der wir alte Gewohnheiten hinter uns lassen, ausmisten, Fenster putzen und bereit sind, neue Wege zu gehen.

So etwa ist das mit der Reiseplanung!

Wir haben uns für eine Reise entschieden und befinden uns in der Planung dieses Projektes. In diesen Momenten macht sich eine große Vorfreude breit. Wir freuen uns, auf Reisen Neues zu entdecken, manchmal Probleme hinter uns zu lassen und einfach aufzubrechen.

Dann sind wir bereit für eine Auszeit von dem Gewohnten und unser Herz umhüllt sich mit Aufregung, Vorfreude und purer Lust auf das, was da vor uns liegt.


Sommer oder die endlose Welle des Lebens

Dann kommt der Sommer! Jaaaa! Endlich ist es endlos lange hell, wir können Nachts im Shirt auf den Straßen sitzen, es ist warm, alles blüht, die Menschen sind freundlich und strahlen, jeder Tag bietet uns ein riesiges Angebot an Möglichkeiten.

Ich stehe am Meer

Mit den langen Sommernächten macht sich bei uns die pure Lebensfreude breit, wir gehen viel aus, hören laut Musik, treffen Freunde, werfen unsere Körper in Badeseen und erleben das kalte Nass als willkommene Abwechslung. Wir essen Eis, träumen vom Leben und genießen einfach die Zeit.

Die Reise! Das Lebensgefühl im Hochsommer ist absolut vergleichbar mit dem Höhepunkt einer Reise.

Auch auf Reisen trotzen wir vor Lebensfreude, wir sind auf den Straßen unterwegs, umhüllt vom Freiheitsgefühl, dem Rückenwind, Selbstbewusstsein, Erlebnissen und wir surfen auf der Welle des Lebens, die unendlich scheint.

Es ist einfach wunderbar und die Zeit darf gerne für immer anhalten. Wer braucht schon etwas anderes, als den Sommer?


Herbst oder alles hat ein Ende

Doch dann - unweigerlich klopft der Herbst an die Tür. Knock, knock. "Who is there?" "It's me! Let me in!" Der Herbst kommt meist überraschend und doch unaufhaltsam. Nun ist die Zeit, in der sich die Blätter an den Bäumen wieder bunt färben und langsam vom Wind weggetragen werden. Die Tage werden deutlich kürzer, irgendwann stellt sich die Uhr um und es wird dunkler.

Bunte Blätter im Wald Hin und wieder kommt die Sonne zwischen Regen- und Windreichen Tagen heraus und sagt langsam "auf Wiedersehen". Bei jedem Sonnenstrahl gehen wir nochmal vor die Tür, denn wir wissen, dass diese Zeit bald ein Ende hat.

Alles wird etwas ruhiger. Die Natur übergibt uns nochmal ihren letzten frischen Naturduft, wir kramen dickere Jacken aus unseren Schränken und es wird uns klar, der Winter naht. Der Herbst ist der Anfang vom Ende und wir üben uns in Achtsamkeit. Es ist die Jahresperiode, in der sich Gedanken in unsere Köpfe setzen, über uns, das Leben und die Zeit und wie schnell diese doch vergeht.

Es gibt keine bessere Metapher für das Ende einer Reise, als den Herbst.

Auch am Ende einer Reise lassen wir vieles Revue passieren. Natürlich genießen wir die letzten Tage und Wochen und wollen das "Sommergefühl" noch nicht ziehen lassen. Es macht sich ein bisschen Wehleidigkeit breit und wir fragen uns, wie die letzten Reisemonate dann doch so schnell vergehen konnten.

Gedanken darüber, wie wir das Leben nach der Reise gestalten und was wir in unserem Lebensalltag anders machen möchten, kommen auf. Wir haben viel erlebt und wissen doch, dass alles Schöne auch ein Ende hat (außer die Wurst, die hat zwei).


Winter oder das Ende eines Abenteuers

Es wird Winter. Das Jahr ist vorüber, draußen ist es nur noch kalt, ungemütlich und dunkel. Jetzt sind die Bäume kahl und die Menschen etwas mürbe, es ist grau und an manchen Tagen wird es nichtmal richtig hell. Auf den Straßen sind die Menschen nur noch, um von A nach B zukommen und dicke Klamotten nähern das Gefühl, in der Heimat von Marsmännchen umgeben zu sein.

In dieser Zeit verbringen wir den Großteil des Tages in Gebäuden. Es ist die Periode der Gemütlichkeit, wir bleiben auch mal zu Hause, machen es uns hier bequem, entzünden Kerzen und schwelgen in Erinnerungen an den schönen Sommer. Der Winter markiert das Ende von etwas. Der Körper kommt zur Ruhe, wir schlafen viel und tun uns Gutes, gehen in die Sauna oder in heiße Bäder. Und wir freuen uns auf den Sommer!

Der Winter ist so etwas wie die Zeit zwischen zwei den Reisen.

Nach einer Reise sind wir wieder in der Heimat angelangt. In der Zeit zehren wir von unseren Erinnerungen an die vergangen Abenteuer. Diese Abenteuer hängen in unserem Körper und wir freuen uns, etwas zu Ruhe zu kommen, dem Körper mal Entspannung und Gutes zu geben.

Wir sind zu Hause, hin und wieder unternehmen wir kurze Wochenendtrips, die dem Herauskommen von Sonnenstrahlen im Winter ähneln. Es ist das Ende eines Abschnittes.

Wir stehen am Hang im Winter Wenn der Winter doch nur immer so aussehen würde.....


Doch nach der Reise ist vor der Reise und so ist dies die Zeit, in der wir uns auch schon auf die nächste Reise freuen. Denn wir wissen genau, der nächste Frühling kommt bestimmt.


Es gibt vier Jahreszeit und das ist gut so!

Obwohl ich mir manchmal wünschte, in einem ewigen Sommer zu leben, so lehrt uns doch jede der vier Jahreszeiten etwas Wichtiges.

Der Frühling ist essentiell, um neue Wege zu bestreiten und sich an unbekannte Ufer zu begeben. Der Sommer ist unbestritten die beste Zeit des Jahres, während der Herbst der Reflektion dient. Und last but not least lehrt uns der Winter, den Sommer zu schätzen und zu genießen.

Damit hat jede Jahreszeit ihre Daseinsberechtigung und wir sollten sie alle mit ihren Vor- und Nachteilen genießen. Mit diesen geschriebenen Worten erwarte ich den Herbst nun viel fröhlicher und freue mich gleich, auf einen sonnigen, ersten Herbsttag an der frischen Luft.



Wie ist das bei dir mit den vier Jahreszeiten? Siehst auch du die Gemeinsamkeiten? Wie erlebst du den Frühling, Sommer, Herbst und Winter? Ich freue mich wie immer über deine Kommentare.

Christin Wanderlust
Christin Wanderlust
Frau Wanderlust zeigt dir Wege auf, wie du das Reisen und das Arbeiten in der Heimat verbinden kannst. Eine Weltreise muss dabei nicht immer heissen, dass du deinen Job kündigen und alles aufgeben musst. Also schau doch mal vorbei!

2 Kommentare

  1. Markus sagt:

    Hallo Chrsitin,
    Da stimme ich dir erstmal zu. Allerdings fände ich es auch gut, wenn die Jahreszeiten etwas intensiver wären. In meiner Heimat ist der Sommer relativ warm aber so wirklich heiss wird es nicht. Dabei fänd ich es toll, wenn es so richtig heiss wäre und man auch mal schwitzen müsste. Und der Winter ist im wesentlichen bei +3°C. Das heißt es ist zwar ungemütlich aber Schnee gibt es trotzdem nicht.

    Schätze es ist zei für ein paar Ausflüge in den Schnee 🙂

    Grüße
    Markus

    • Hey, hey Markus,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Ha! Tja, das stimmt wohl. Beim Reisen sind die Ups und Downs definitiv ausgedehnter, als die Saisonunterschiede bei uns in der Heimat 🙂

      Viele Grüße,

      Christin

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