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Richtig Fotografieren ermöglicht Kreativität auf Reisen

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Richtig fotografieren zu können, ist etwas Wunderbares. Es gibt dir die Möglichkeit einmalige Momente im Leben festzuhalten, einen Ausschnitt der Realität im Augenblick des Auslösens zu transportieren und ihn für viele Jahre einzufrieren.

Insbesondere das Reisen und das Fotografieren sind eng miteinander verknüpft. So sieht man auf Reisen oft einmalige, farbenfrohe, wunderbare, exotische Dinge. Wenn es gelingt, diese Momente auf der Kamera festzuhalten, können die Fotos das jeweilige Reisegefühl in die Zukunft verlagern. Etwa in die Zeit, in der wir im Winter bei Regen und Matsch zu Hause auf der Couch liegen und es um 17 Uhr dunkel wird.


Vom Fotos machen zum Fotos machen

Ich selbst habe auf meinen Reisen viele Fotos gemacht und vor allem immer sehr gerne fotografiert. Einen kleinen Teil der tausenden Fotos, die so entstanden sind, siehst du auf dieser Webseite.

Doch jetzt, da ich meine Reisen und Reiseinhalte in die Welt hinaus schreibe, möchte ich auch anspruchsvollere Fotos dazu produzieren. Bilder, bei denen dir ein hörbares "WOW" über die Lippen kommt.


Der Weg zum WOW-Effekt

Dieser Wunsch hat mich am Wochenende, in die vier Wände von Stefano Paterna geführt. Er ist Kölner Fotograf und Reisender, der seit vielen Jahren die Welt unsicher macht und dabei Austellungs- und Verkaufsreife Bilder mitbringt. Seine Veröffentlichungen sind beispielsweise im National Geographic Traveller, Lonely Planet und Rough Guide erschienen (neben vielen anderen Büchern und Magazinen).

Glücklicherweise wohnt und arbeitet Stefano direkt bei mir vor der Haustür (naja, im bildlichen Sinne zumindest) und er bietet Fotografie-Kurse an. Richtig fotografieren für Anfänger zum Beispiel!

In seinem zwei-tägigen Anfängerkurs vermittelt Stefano, der auch sein eigenen Buch zum Thema Reisefotografie heraus gebracht hat, die Technik einer Kamera.


Richtig fotografieren bedeutet automatische Kameraeinstellungen adé

Bis Samstagmorgen, 10 Uhr, glaubte ich noch an die automatischen Voreinstellungen einer Kamera. Sportmodus, Abendmodus, Landschaftsmodus. Doch diesen Zahn hat uns der Profi-Fotograf schnell gezogen. "Wie sollen automatische Modi wissen, was dir als Fotograf am Bild wichtig ist? Um was es auf dem Bild geht? Was der Ausschnitt auf dem Bild ist, der dem Betrachter ins Auge springen soll?"

Hmmm... stimmt! Um das Ganze mal plakativer zu machen, zeige ich dir folgende zwei Bilder, die genau den gleichen Ausschnitt zeigen. Hier ändern sich jedoch die Blendenzahl und die Verschlusszeit.

Blendenzahl

Krasser Unterschied, oder? Ja! Ich war auch begeistert - okay, wenngleich das Objekt nicht die Schönheit auf Erden ist. Aber hier geht es ja erstmal allein um die bildliche Darstellung der zentralen Frage: woher soll die Kamera wissen, was genau ich hier jeweils herausheben möchte?


Manuelle Fotografie als Enabler der Kreativität

Schnell wurde mir klar, dass ich, wenn ich meine Kreativität als Fotografin ausleben möchte, zumindest teilweise manuelle Bilder produzieren muss. Und so war ich am letzten Wochenende genau richtig, in den vier Wänden der Fotoschule Stefano Paterna.

Die Basics der Fotografie in einem Blog-Post beschreiben zu wollen, wäre leicht überheblich. Dir davon zu beschreiben, wie ich die technischen Grundkniffe der Fotografie am Wochenende erlernt habe, ist da definitiv einfacher.


Gute Reisebilder als Balance zwischen Theorie und Praxis

So hat uns Stefano Paterna am Samstagmorgen um 10 Uhr gut gelaunt in seinem Büro empfangen. Uns, das waren Waldemar, der IT-Meister dieser Seite sozusagen und ich sowie acht weitere Fotoverrückte Menschen aus ganz Deutschland. Wir alle wollten wissen, wie sich "richtig fotografieren" in die Tat umsetzen lässt.

In sieben, kurzweiligen Stunden vermittelte Stefano uns am Samstag die Theorie der Blende (entscheidend, wenn es um einen bestimmten Bildausschnitt geht) und der Verschlusszeit (immer dann wichtig, wenn Bewegung im Bild zentral ist). Mit vielen, eigenen Reisebildern, hat der sympathische Fotograf mit all seiner praktischen Erfahrung die theoretischen Inhalte immer wieder untermauert.


Die Herausforderung von Fotografen

Am zweiten Tag, Sonntag, wurden wir zehn Fotografen-Azubis dann vor die Türe geschickt. Fünf konkrete Aufgaben hatten wir dabei auf dem Papier und sollten die entsprechenden Fotos schiessen. Zwei Stunden Zeit hatten wir dafür.

Mit den ersten beiden Aufgaben, habe ich Euch oben schon die Notwendigkeit der Kamerakenntnisse aufgezeigt - wenn du Kreativität und Fotografie zusammenbringen möchtest. Dabei ging es um den Unterschied der Blendenzahl, auf dem gleichen Bildausschnitt.

Aufgabe Nummer drei stellte ein Strukturbild dar.

Baumrinde in voller Pracht

Die vierte Aufgabe war besonders spannend und so ging es hierbei darum, ein sogenanntes Mitzieher-Bild zu fotografieren. Richtig fotografieren mit Geschwindigkeit also. Dabei sollten wir ein Auto scharf auf das Bild kriegen, während der Hintergrund durch das Mitziehen und die Bewegung (Stichwort Verschlusszeit) unscharf wird.

Ein fahrendes Auto als Mitzieher fotografiert

Das war insofern witzig, als dass sich einige Autofahrer nicht einfach so fotografieren lassen. Der Fahrer des Wagens auf meinen Bild blieb auch wenige Meter hinter mir stehen, wo unglücklicherweise ein weiterer Teilnehmer unseres Fotokurses stand. Auch Philipp war bereit, das Auto zu fotografieren und erntete dafür die Verärgerung des Autofahrers. "Wieso fotografiert ihr mein Auto?" Aber mit etwas Aufklärung war die Situation schnell gebannt und wir haben die Herausforderung für Fotografen am lebendigen Beispiel erlebt: gute Fotos schiessen, ohne jemanden zu verärgern oder einzuschränken.


Big Brother als Abschluss der Theorie

Am Ende des Tages stand dann noch die theoretische Vollendung des Dreiecks der Fotografie auf dem Programm. Den "Big Brother" nannte Stefano die dritte Ecke neben der Blendenzahl und der Verschlusszeit. Gemeint war der ISO-Wert, der dem Fotograf auch nochmal einige Möglichkeiten bietet.

Mit diesem Abschluss konnte ich nun die Theorie hinter der Fotografie endlich einmal verstehen. Die Automatisch-Modi bleiben ab heute für mich ein Tabu und es heißt nun üben, üben, üben. Und für dich heißt es sicherlich bald, dass du auf diesem Blog noch mehr und noch schönere Bilder sehen wirst.


Ansteckungsgefahr Reisefotografie

Solltest du selbst nun auf den Geschmack gekommen sein und dich mehr mit Fotografie beschäftigen wollen, so habe ich dir hier ein paar spannende Fotoblogs zusammengestellt. Diese sind definitiv ein guter Anlaufpunkt:

Gunther Wegner gibt auf seinem Blog GWegner viele Tipps rund um das Fotografieren auf Reisen.

Schicke Bilder und wertvolle Tipps zur Ausrüstung gibt es bei uns von Patrick Ludolph auf neunzehn72 - jetzt darf geraten werden, wie alt der Fotograf ist.

Ein paar schöne Fotozitate und noch mehr von verschiedenen Fotografen gibt es bei Kwerfeldein.

Wenn du es eher visuell magst, dann schaust du am besten auf dem Video-Podcast von Blende 8 vorbei.

Als leidenschaftliche Snowboarderin empfehle ich noch den Blog von RadShot, mit netten Aufnahmen aus dem Schnee.

Und wenn du noch mehr Blogs suchst, dann hat Lukas Gawenda auf seiner Seite die wohl besten Fotoblogs in 2016 nochmal zusammengefasst.

Den Fotokurs bei Stefano Paterna, du hast es sich schon raus gelesen, kann ich uneingeschränkt empfehlen. So vermittelt Stefano nicht nur die Theorie der Fotografie, sondern du wirst auch ein amüsantes Wochenende mit viel Spaß und netten Mitmenschen erleben. Durch die Jahrelange Erfahrung von Stefano, kann er auf die verschiedensten Bedürfnisse seiner Teilnehmer eingehen. So hat wirklich jeder von uns Teilnehmern an diesem Wochenende etwas wertvolles mitgenommen.

Last but not least gibt es hier noch meine persönlichen, zwei Highlight der ersten Übungsstunde gestern Abend.

Rosenblätter in der Abendsonne

Rosen im Garten

Jetzt interessiert mich, wie du zur Fotografie stehst? Hast du auch mal einen Fotokurs gemacht und kannst ein paar Kniffe empfehlen? Oder bleibst du bei den Schnappschüssen? Konnte ich vielleicht etwas Fotografie-Affinität in dir wecken? Ich freue mich wie immer sehr, auf deine Kommentare (auch wie immer, ganz unten auf dieser Seite).



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Unser Kursleiter Stefano Paterna hat auch sein eigenes Buch raus gebracht: Die Fotoschule in Bildern. Fotografieren auf Reisen. Sehr empfehlenswert.



Der Link leitet dich weiter auf die Seiten von Amazon. Solltest du dich entscheiden, das Buch dort käuflich zu erwerben, kassiert Frau Wanderlust dafür eine kleine Provision. Natürlich zahlst du für das Werk nicht mehr als sonst!

Christin Wanderlust
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2 Kommentare

  1. Sabine sagt:

    Hallo Christin,

    Wie lustig! Mir geht es ganz ähnlich. Vor einem Jahr war ich Handyknipser. Seit meiner grossen Reise liebe ich meine wasserdichte Kompaktkamera und seit einem Monat bin ich stolze Besitzerin einer Systemkamera. Allein, dass ich diese Begriffe heute benutzen kann, bringt mich zum Lachen. Ohne Sucher und Objektiv geht es nicht mehr. Durch eine Zufall hab ich in einem kostenlosen Fotokurs von Canon beim Kitesurf World Cup in Fehmarn den Automatikmodus verlassen.. Drum bin ich schwer beeindruckt von deinem Mitzieherbild und freue mich schon auf noch mehr Fotokunst von dir! Macht Spass, dich zu lesen. Wie schön, dass du mich gefunden hast. Fühle mich nicht mehr so allein mit meinem
    Spagat aus Fernweh und Festanstellung!

    • Hallo Sabine,

      vielen lieben Dank für deine Worte. Haha. Das klingt ja wirklich bekannt. Vor allem das Verlassen des Automatikmodus.
      Das Mitzieherbild ist gar nicht soooo schwer. Das sollte ich jetzt nicht sagen, oder? Aber es steht und fällt damit, dass man die Geschwindigkeit des Objekts in der Hand mitgeht und dann beim „mitziehen“ abdrückt. Mittlerweile bin ich fast Profi in dieser Technik 🙂

      Ach toll! Ich freue mich, dass du auch den Spagat wagst und mit Kitesurfen bist du dem Wasser ja genauso nah, wie ich. Ich schmeiße mich nur eher mit dem Surfboard in die Wellen.

      Also! Herzlich willkommen und schöne Grüße,

      Christin

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