Wie du die neue Jobwahl mathematisch lösen kannst!

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Von den schwierigen Entscheidungen im Leben

Es gibt so ein paar Entscheidungen im Leben, die durchaus wichtiger sind als andere. Die richtige Partnerwahl zum Beispiel oder die Wahl der Stadt, in der man gerne leben möchte. Eine ganz zentrale Entscheidung umfasst zudem die Wahl für den richtigen Berufszweig und natürlich für den passenden Arbeitgeber, die Jobwahl also.

Entgegen leichtfertigen Entscheidungen zum nächsten Reiseziel oder dem richtigen Restaurant für das Abendessen, hat die Beantwortung dieser Fragestellungen eine langfristige Auswirkung auf uns, unser Leben, unser Wohlbefinden, unsere Zukunft.


64.000 Arbeitsstunden im Arbeitsleben - WOW!

Die meisten von uns verbringen ungefähr acht Stunden am Tag auf der Arbeit. 40 Stunden in die Woche. Im Jahr geht man mit Krankheiten und Urlaubstagen von durchschnittlich 50 Arbeitswochen aus. 200 Arbeitstage! Bei einer realistischen Schätzung von 40 Arbeitsjahren macht das 8.000 Arbeitstage und damit 64.000 Arbeitsstunden im Arbeitsleben - ohne Überstunden.

Das ist doch relativ viel Zeit und zeigt, wie wichtig die richtige Entscheidung bei der Jobwahl ist.

Auch wenn man möglicherweise in der Zwischenzeit immer mal wieder die ein oder andere Reise einschiebt, sollte die Wahl der richtigen Aufgaben im stimmigen Arbeitsumfeld nicht leichtfertig getroffen werden.

Wie aus der Entscheidungsfindung eine mathematische Gleichung wird und wie sich die Wahl mit einem kleinen Tool wesentlich vereinfachen lässt, dazu am Ende des Beitrages mehr.

Jobwahl: Mann liest Zeitung

 

Arbeiten und Karriere machen

Es gibt zwei Möglichkeiten, Karriere zu machen: Entweder leistet man wirklich etwas, oder man behauptet, etwas zu leisten. Ich rate zur ersten Methode, denn hier ist die Konkurrenz bei weitem nicht so groß.

- Danny Kaye (1911 - 1987)
 
 

Mit Bedacht die richtige Jobwahl treffen

Doch was ist eigentlich stimmig, passend, richtig für den Einzelnen? Die klassischen Karriereleitern, die bis vor ein paar Jahren von Arbeitswütigen jungen Leuten bestiegen wurden, die dafür Tag und Nacht in den Büros sassen und die mit viel Geld und Titeln gelockt werden konnten, sind für immer weniger unter uns attraktiv. Das eine Kriterium, das für alle Suchenden zutrifft, gibt es genauso wenig und gerade unter den Reisejunkies existieren ganz eigene Gesetze.

Seit drei Jahren bin ich selbst als Freiberuflerin im Themenumfeld Customer Relationship Management unterwegs und dabei quasi Dauersuchende für spannende Projekte in angenehmen Arbeitsatmosphären. In verschiedensten Arbeitssphären und Branchen bin ich immer wieder selbst überrascht, wie vielfältig Wohlfühl-Faktoren bei Auftraggebern sein können.

5 zentrale Elemente bei der Jobwahl

Auch wenn die Projekte einer Freiberuflerin in der Regel deutlich kürzer andauern, als eine Aufgabe in fester Anstellung, so sind die Kriterien, die bei Projekten für große und weniger große Spassfaktoren sorgen, die selbigen. Mit dem Ziel, Jobangebote künftig noch besser auf die eigene Passgenauigkeit zu prüfen und die richtige Jobwahl zu treffen, ist der folgende Kriterienkatalog entstanden.

In dem Katalog, der auf Basis meiner Arbeits- und Projekterfahrung aus nunmehr gut zehn Jahren entstanden ist, sollen fünf zentrale Elemente bewertet werden:

  • 1. die Arbeitsaufgabe
  • 2. das Unternehmen
  • 3. das Arbeitsumfeld
  • 4. so genannte harte Faktoren
  • 5. abrundende Kriterien

Diese Kriterien finden auch Anwendung, in dem Job-Rechner als Vereinigung des Kriterienkatalogs, der am Ende des Beitrages beschrieben und verfügbar ist.


Die Arbeitsaufgabe als elementare Bestandteil der täglichen Routine

Die Aufgabe des Jobs ist natürlich die zentrale Komponente in dem gesamten System. Für die Erledigung der Arbeitsinhalte werden wir von einem Unternehmen angestellt und im Optimalfall gut bezahlt. Es gibt unglaublich viele wissenschaftlichen Paper und Untersuchungen dazu, was eine Position alles haben muss, um beim Arbeitsausführenden Zufriedenheit zu erreichen.

Martin E. P. Seligman hat sich viel mit dem Thema Glück und Wohlbefinden beschäftigt. Er hebt in seinem sehr empfehlenswerten Buch „Flourish“ (Flourish - Wie Menschen aufblühen: Die Positive Psychologie des gelingenden Lebens) () als ein Standbein des Glücks eine erfüllende und bedeutsame Aufgabe hervor.

Genauso wichtig ist es seinen Worten nach, dass man mit der Aufgabe etwas erreicht - „Errungenschaft“ nennt Martin Seligman diesen weiteren Pfeiler.

Eine Aufgabe, die in den so genannten Flow versetzt, in dem man gar nicht mehr merkt, wie die Zeit vergeht, ist zusätzlich Gold wert. Solche Inhalte sind im Normalfall anspruchsvoll, abwechslungsreich und fördern sowie fordern.

Die britische Organisation 80.000 hours hat sich zudem viel mit dem Thema Karrierefindung und „Traum-Job“ beschäftigt. Wenn man einen Job in Ergänzung zu den aufgeführten Anforderungen auch noch gut und die Arbeit effektiv und effizient lösen kann, dann hat man eine wirklich runde Aufgabenbeschreibung vor sich.


Jobwahl: Kaffee am Computer


Vom Ruf und der Branche eines Unternehmens

Das Unternehmen ist der Arbeitgeber und für den Erfolg dieses Arbeitgebers führt man die Aufgabe aus. Da liegt es auf der Hand, dass die Beachtung der passenden Firma mindestens genauso wichtig bei einer Jobentscheidung ist, wie die Aufgabenbeschreibung selbst.

Zum Einen gibt es Branchen, die für den Einzelnen per se spannender sind, als andere Branchen. Für Reisende ist eine Aufgabe bei einem Outdoor-Ausstatter oder einem Reisebüro sicherlich interessanter, als ein Job in der Versicherungsbranche.

Bei der Wahl einer neuen Arbeitsaufgabe spielt der Ruf eines Unternehmens mit ihrer Branche ebenso eine Rolle. Sind Jobgeber aufgeschlossen und offen für Neues? Innovativ? Vordenker?
br> Gerade großen Unternehmen eilt der Ruf oft voraus. Während sich die Firma Google kaum retten kann vor Anfragen von potentiellen Arbeitnehmern, haben es Banken in Zeiten von Finanzkrisen und Panama Papers schwerer - zumal gerade auch das ortsunabhängige Arbeiten in letzterer Branche eher schwierig ist.

Last but not least sollte bei der Arbeitgeberwahl auch auf die Größe des Unternehmens geachtet werden. Kleine Startups bieten oft eine Vielfältigkeit an Aufgaben, während die Aufgabenverteilung in großen Konzernen sehr starr und eng ist. Auch hier gilt, dass jeder den für sich goldenen (Mittel-)Weg finden sollte.


Vom Arbeitsumfeld und der Unternehmenskultur

Eng verknüpft mit dem Unternehmen ist die Kultur, die durch alle Mitarbeiter gelebt wird und die maßgeblich entscheidend für den Grad des Wohlfühlens eines jeden Einzelnen ist.

Wird in einem Unternehmen das Miteinander, Offenheit und Integrität gefördert? Gibt es eine Fehlertoleranz, in der man sich auch mal in neuen Dingen verlieren kann, anstatt das Boot stets im sicheren Hafen stehen zu lassen? Werden Kreativität und das stetige Lernen unterstützt?

Heutzutage gibt es Firmen, die genau solche Inhalte leben. Da ist es immer wieder überraschend, dass auch Unternehmen mit Starrsinn, einer Ellbogenkultur und einem Up or Out-Prinzip bei Bewerbern punkten können.


Harte Faktoren fördern die extrinsische Motivation, auch bei Reisenden

Geld regiert die Welt. So war es früher und so wird es wohl auch immer sein. Selbstverständlich spielt die liebe Kohle auch bei der Arbeitswahl eine zentrale Rolle. Den ganzen Tag Blog-Beiträge schreiben, wenn dabei kein Cent in die Kasse spühlt, kann auf Dauer nicht funktionieren.

Für einige ist auch ein ordentlicher Titel wichtig. Das ist nicht schlimm - die Art der Motivation ist einfach für jeden sehr individuell. Hand in Hand damit gehen Aufstiegschancen in einem Unternehmen.

Was für einen jeden Reisenden sicher wichtiger ist, umfasst das Verhältnis von Arbeits- und Urlaubszeiten. Viele sprechen von der Work-Live-Balance, die es einem auch neben der Arbeit zeitlich ermöglichen soll, sich im Privaten auszutoben.

Ein Vorreiter für ein rundes Model ist dabei Schweden. So wurde in Göteburg in mehreren Unternehmen und Branchen sehr erfolgreich der 6-Stunden-Arbeitstag getestet. Die Ergebnisse zu der Studie finden sich hier.

Gerade für Reiselustige ist es genauso entscheidend, ob es Möglichkeiten eines Sabbaticals oder für unbezahlten Urlaub (mehr zum Thema unbezahlter Urlaub gibt es hier) gibt. Möglicherweise hat man auch die Wahl, für einen Anteil des Gehalts weitere Urlaubstage einzutauschen. Das sind natürlich großartige Angebote, die bei der Entscheidung für einen künftigen Job Berücksichtigung finden sollten.

Jobwahl: Geldscheine


Abrundende Kriterien für Arbeitszufriedenheit

Bei den abrundenden Kriterien für die Jobwahl handelt es sich um Prämissen, die eine Aufgabe in einem Unternehmen abrunden. Diese Inhalte werden nie allein zu einer Zufrieden- oder Unzufriedenheit führen. Sie geben dem Gesamtbild aber den letzten Schliff und werden am Ende doch wahrgenommen.

Es handelt sich hierbei zum Einen um die Ausstattung und Einrichtung im Unternehmen. Wer einen schicken Laptop, ein neues Mobiltelefon und einen höhenverstellbaren Schreibtisch am Arbeitsplatz bekommt, ist sicher motivierter, als ein Arbeitnehmer, der vor einem alten Rechnern auf einem klapprigen Stuhl sitzt und seinen Kaffee auf die Arbeit noch selbst mitbringen muss.

Auch die Lage des Arbeitsplatzes ist ein zweites abrundendes Kriterium. Ist die Arbeitsstelle leicht per Fahrrad, Bus oder Bahn zu erreichen? Gibt es Parkplätze vor der Tür? Was ist mit Essens-Möglichkeiten um die Ecke?

Und zum Dritten sind es soziale Faktoren, die den Gesamteindruck perfektionieren. So fördert eine eigene Kantine die Möglichkeit des informellen Austausches zwischen Mitarbeitern. An Sommer- und Weihnachtsparties sparen immer mehr Unternehmen, wenngleich diese Gelegenheiten doch Mitarbeiter unglaublich gut zu einer Einheit zusammenschweißen und das Wir-Gefühl stärken können. Gleiches gilt für das Angebot von Betriebssport.


Die Jobwahl als mathematische Herausforderung

Die Liste der Kriterien bei der Entscheidung für eine neue Arbeitsaufgabe ist lang und ein jeder wird bei der gleichen Kriterienverteilung den einen oder den anderen Job für sich auswählen.

Schon als Kinder mussten wir (leider) lernen, dass wir (leider) nicht alles haben können. Auch bei der Jobwahl werden wir immer mit Kompromissen leben müssen und alles Gute kommt nie zusammen.

Um ein besseres Bild bei der Jobwahl, gerade auch zwischen zwei Jobangeboten zu bekommen, empfiehlt es sich, alle wichtigen Faktoren untereinander zuschreiben und zu gewichten. Eine drei-gliedrige Einteilung nach „wichtig“, „nicht wichtig“, „egal“ kann dabei gute Dienste leisten.

Das Ganze kann dann so aussehen, wie in dem FrauWanderlust-Jobwahl-Rechner:

Rechner mit Kriterien zur Jobwahl

So entsteht eine Matrix, in der jedes Kriterium gewichtet ist und am Ende mit den Ergebnissen „vorhanden“, „nicht vorhanden“, „teilweise vorhanden“ bewertet werden muss. Das Ganze lässt sich sogar dezimal übersetzen. Wenn dann wichtig = 3, nicht wichtig = 1 und egal = 0 ist und gleichzeitig vorhanden = 3, nicht vorhanden = 0 und teilweise vorhanden = 1 ist und die Werte entsprechend multipliziert werden, kommt am Ende der Matrix ein vergleichbarer Wert heraus. So kann man Jobangebote unter Nutzung eine Scorecard ganz objektiv bewerten und gegeneinander stellen.

 

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Zum Ausführen des Job-Rechners benötigst Excel.

 
 
Jetzt bin ich gespannt. Habe ich deiner Ansicht nach die richtigen Faktoren getroffen? Oder etwas vergessen?
Ist die Matrix verständlich?
Was ist deine Meinung zu dem Thema Jobwahl?
Wie immer freue ich mich über Rückmeldungen, Kommentare und Anmerkungen!




Bilderquellen: Die tollen Bilder sind freundlicherweise von der Webseite StockSnap zur freien Verfügung gestellt.
Das Titelbild ist Teil der StartUp-Stock Photos (ohne Autor).
Das Bild Nummer 1 im Beitrag wurde fotografiert von Olu Eletu.
Bild Nummer 2 stammt von Luis Llerena.
Last but not least die Geldscheine - diese sind aus dem Objektiv von Andrew Pons.



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Christin Wanderlust
Christin Wanderlust
Frau Wanderlust zeigt dir Wege auf, wie du das Reisen und das Arbeiten in der Heimat verbinden kannst. Eine Weltreise muss dabei nicht immer heissen, dass du deinen Job kündigen und alles aufgeben musst. Also schau doch mal vorbei!

2 Kommentare

  1. Ein Yogi auf Jobsuche sagt:

    Meine liebe Christin, das ist wirklich ein rundum gelungener Artikel geworden. Für mich als Jobsuchende genau die richtige Lektüre! Danke für die wichtige Erinnerung, nicht den nächstbesten Job anzunehmen, sondern mit viel Zeit die richtige Entscheidung zu treffen. Ich bin gespannt auf den FrauWanderlust Jobrechner. Deine Artikel haben „Suchtpotential“ – Daumen hoch!

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