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Neuseeland - das andere Ende der Welt in drei Wochen

Oh du wunderschönes Neuseeland! Du bist das Land, in dem man raus kommt, wenn man sich von Deutschland aus einmal durch die Welt buddeln würde. Kaum ein anderes Land ist weiter weg, als Du. Auf Deinen Inseln gibt es über vier Millionen Einwohner, wovon circa drei Millionen auf Deiner Nord- und nur eine Million auf Deiner Südinsel leben. Auf jeden Einwohner kommen den Erzählungen nach 11 Schafe und mit insgesamt 268 Tausende Quadratkilometern gibt es für jedermann genug Platz.

Liebes Neuseeland! Du verzauberst mit einem ganzjährig herrlichen Klima, unendlich freundlichen Menschen, einer ländlichen Vielfalt von grünen Wäldern, über hohe Berge bis hin zu surfbaren Wellen und heißen Quellen und bist zurecht eines der beliebtesten Reiseziele für deutsche Fernreisende. Knapp 77 Tausend Deutsche haben Dich allein 2013 besucht.

Gerade plane ich, Dich das fünfte Mal zu bereisen und bin davon überzeugt, dass du mich mit deiner abwechslungsreichen, herzlichen und wunderbaren Art wieder in den Bann ziehen wirst. Kaum ein schöneres Land könnte ich mir zum leben vorstellen… wenn Du doch nur nicht ganz so weit weg wärest.

Knapp zwei Tage brauche ich normalerweise von Haustür zu Haustür, egal ob von hier zu Dir oder von Dir nach hier. Das schöne auf dem Flug in Deine Richtung ist, dass asiatischen Fluglinien mich mit ihrem überaus guten Service in deine Richtung fliegen können - doch zweimal 12 stündige Flüge von hier nach Asien und dann weiter in deine Arme, bleiben zweimal 12 stündige Flüge.


Heute schreibe ich über Dich und möchte die Leser auf eine 3-teilige Serie über dich, tolles Neuseeland, einladen!

Immer wieder höre ich von Freunden und Freunden von Freunden, dass sie Dich so gerne mal bereisen würden. Oft haben die Reisewilligen drei oder vier Wochen Jahresurlaub, den sie am anderen Ende der Welt bei Dir verbringen können.

Wenn die Entscheidung für Dich, Neuseeland, gefallen ist, treten oft die gleichen Fragen auf: wie reise ich am besten? Was muss ich beachten? Und vor allem: welche Spots muss ich unbedingt gesehen haben?

Genau auf diese Fragen soll diese Beitragsreihe eingehen. Relativ schnell war klar, dass ein Beitrag nicht ausreichen würde, um auch nur das Wichtigste über Dich zu kommunizieren. Daher werden es am Ende drei Teile sein... und heute starten wir mit dem Ersten!

Der heutige Teil wird auf administrative Besonderheiten und Wissenswertes eingehen, die im Zusammenhang mit der Reiseplanung stehen.

Im zweiten Beitrag wird es über die Highlights deiner Nordinsel gehen und der dritte Text stellt dann Deinen Süden mit seinen Hotspots vor.

Oh, was wird es toll, Dich liebes, weites, schönes Land, hier vorzustellen und die Leser von der lohnenswerten Reise in deine Gegend zu überzeugen und bei der Reiseplanung zu unterstützen. Die Überzeugungsarbeit sollte ein Leichtes werden, schließlich lädst Du als Land der Hobbits mit so viel Finesse, Freundlichkeit und verschiedensten Reizen ein.

Also! Auf los gehts los:

LOS


Die Einreise, ein kleiner Schritt für den Besucher, aber ein großer Schritt für die Seele

Es ist ein großes Glück. Jeder Deutsche darf bis zu drei Monate am Stück in Neuseeland verbringen, ohne dass er dafür ein Visum benötigt. Allein ein nach der geplanten Abreise noch mindestens sechs Monate gültiger Reisepass ist notwendig, um am Tag des Anflugs in das Land zu dürfen.

Nasse Schuhe zum Schutz von Flora und Fauna

Aufgrund der isolierten Lage nimmt es Neuseeland verständlicherweise sehr Ernst mit dem Bewahren der Tier- und Pflanzenwelten. Um sicher zu gehen, dass hier nichts Unbekanntes eingeführt wird, sind die Zollbeamten bei dreckigen (Wander)Schuhen, benutzten Zelten oder Outdoor-Klamotten besonders streng. So müssen gebrauchte Gepäckinhalte, die in Verbindung mit Flora und Fauna kommen können, ausgepackt und vorgezeigt werden. Es ist dabei nicht unüblich, dass man ein gebrauchtes Zelt aufstellen muss, um den Sauberkeits-Qualitätscheck über sich ergehen zu lassen. Alles, was nicht ganz sauber genug ist, wird vor Ort gereinigt.

Einmal hat es die Wanderschuhe meiner Mum erwischt. Mit etwas Schmutz unter den Sohlen wurden die gehbaren Untersätze von der Zollbeamten unter fließend Wasser gehalten. Eine Schuhdusche, würde man das wohl nennen. Während wir davon ausgegangen waren, dass die Neuseeland-Empfangsdame die Reinigung hinter verschlossener Tür eher vorsorglich vornehmen würde, haben wir die pitschnassen Schuhe unglücklicherweise erst Minuten vor der geplanten Wanderung am Folgetag entdeckt.


Reiserichtung - von oben nach unten oder doch lieber andersrum?

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, wie man Neuseeland in drei bis vier Wochen bereisen kann. Von Nord nach Süd oder von Süd nach Nord. Lange Zeit habe ich Fragenden die Reiserichtung von Nord nach Süd empfohlen. Wenngleich die Nordinsel mit einer überaus spannenden Kultur überzeugt, so bietet die Südinsel einem jeden Reisenden mit ihren einmaligen Aussichten, blauen Seen und Herr der Ringe Landschaften einen grandiosen, täglichen WOW-Effekt.

Nichtsdestotrotz ist es für Reisende, die etwas billiger wegkommen wollen, durchaus empfehlenswert, von der Südinsel nach Norden weiterzureisen. In diese Richtung lässt sich insbesondere bei der Automiete einiges sparen. Da -wie suggeriert- die meisten Neuseeland-Besucher die Autos von Auckland aus auf die Südinsel fahren und dann von dort wieder nach Hause fliegen, gibt es oft sehr gute Deals, um Autos oder Wohnwagen in die entgegengesetzte Richtung zu leihen.


Fahrbarer Untersatz am anderen Ende der Welt

Apropos Wohnwagen oder Auto. Da haben wir auch schon das wirklich zu empfehlende Fortbewegungsmittel über die neuseeländische Insel für eine drei- bis vier-wöchige Urlaubsreise. Es gibt zwar durchaus gute Busverbindungen für bezahlbares Geld, die natürlich auch gingen. Doch gerade bei einer begrenzten Zeit, in der man einiges sehen möchte und auch sollte -wenn man schonmal da ist- gibt einem ein eigener fahrbarer Untersatz viel mehr Freiheiten und Flexibilität.

Wenngleich es durch die Mietgebühr eher einer der teuereren Fortbewegungs-Möglichkeiten ist, so ist es dennoch sehr ratsam, sich für die Zeit einen Wohnwagen zu mieten. Neben tollen Camping-Plätzen, darf man mit einem Selbstversorger-Wagen (hat eine eigene Wasserversorgung, eine Toilette und einen Auffangbehälter für Schmutzwassern) in Neuseeland auch überall da campen, wo es nicht verboten ist. Diese Freiheit ist etwas wunderbares, was in der wunderschönen Natur des Landes zum einmaligen Spektakel wird.


Camper-Tipps für Camper-Freunde

Für die besten Spots, auf denen bereits andere Camper übernachtet haben, gibt es eine unverzichtbare App mit dem Namen Campermate (Camper-Freund). Hier sind Camping-Spots beschrieben, werden bewertet und Regularien sind aufgelistet, wenn es welche gibt. Diese kostenlose App ist mehr als empfehlenswert für alle reisenden Camper.

Keinesfalls sollte man in Neuseeland irgendwo campen, wo es nicht gestattet ist oder mit einem einfachen Auto auf einem Platz für Selbstversorger-Autos übernachten. Das (und sogar bereits der Versuch) wird mit einer empfindlichen Geldbuße von derzeit 200 Dollar geahndet und insbesondere in den Touristenecken tatsächlich auch explizit verfolgt.

Wenn man dann aber doch den Selbstversorger-Camper hat, kann es schonmal zu solchen Situationen kommen:
 
 
 
 
In den letzten Jahren wurden leider einige schöne Spots zum so genannten Freedom-Campen verboten. Unschönerweise gibt es immer wieder Reisende, die bei dieser tollen Art des Reisens ihr Gehirn ausschalten und Plätze vermüllt zurücklassen, auf Rasenflächen Feuer machen oder ihre Präsenz am Abend lautstark mitteilen. Wie heißt es so schön: Only leave Footprints! Allein das Dalassen von Fussabtritten ist willkommen.


Ein Führerschein für die „falsche“ Fahrerseite

Egal ob man in Neuseeland ein Auto oder einen Wohnwagen ausleiht, benötigt man einen gültigen Führerschein. Gültig umfasst in Neuseeland den internationalen Führerschein oder eine beglaubigte Übersetzung des Führerscheins.

Viele Jahre wurde das gefühlt nicht so ernst genommen. Doch beim letzten Mal in 2015 wäre ohne die Übersetzung unserer Führerscheine, die wir last minute dann doch noch haben anfertigen lassen, Autotechnisch nichts gegangen.

In Neuseeland herrscht Linksverkehr, wobei man im Auto rechts sitzt und das Auto auf der linken Fahrbahn manövriert. Die Frage, ob die linke Fahrseite nun die Richtige oder die Falsche sei, wird interessanterweise bei uns in Deutschland anders beantwortet, als von den Neuseeländern. Aber klar - als langjährige englische Kolonie (1907 wurde NZ zur selbstverwaltenden Kolonie, bevor das Land 1947 die angebotene Souveränität akzeptierte) sind hier verschiedene britische Eigenheiten immer wieder mal zu finden und anerkannt.


Immer schön links bleiben und blinken nicht vergessen!

Das Linksfahren sollte man hierbei wirklich ernst nehmen. So verteilen die Neuseeländer schonmal eine 200-Dollar-Strafe, wenn man in der rechts Kurve doch mal über die durchgezogene Linie fährt, die Kurve also schneidet und dabei durch die Augen eines Polizisten gesehen wird.

Dabei darf sich auf witzige Momente gefreut werden, denn wer in Deutschland den Blinker auf der linken Seite und den Scheibenwischer auf der rechten Seite des Lenkrads gewohnt ist, wird in Neuseeland zwangsweise beim schönen Sonnenschein an den ersten Ampeln die Scheiben wischen, anstatt zu blinken. Logisch - auch diese Schalter sind vertauscht und die Macht der Gewohnheit macht einem da schnell einen amüsanten Strich durch die Rechnung.

Zu guter Letzt sei zu diesem Thema gesagt, dass in Neuseeland größte Vorsicht im Verkehr gewährt werden sollte. Immer wieder gibt es schwere Unfälle, weil vor allem Europäer fälschlicherweise die Vorfahrt nehmen, ein Stop-Schild nicht beachten oder sich auf Kurvenreichen Strecken überschätzen.

Auch die Tierwelt bietet Gefahren. Gerade auf der Südinsel fahren teilweise so selten Autos, dass Tiere diese Gefahr nicht einzuschätzen wissen. Immer wieder sieht man leider tote Tiere auf den Fahrbahnen.



Übernachten. Aber wie und wo?

Auch für all diejenigen, die sich am Ende gegen den Wohnwagen und das Campen entschieden haben, sind die Übernachtungsmöglichkeiten in Neuseeland schier endlos. Sowohl Hostels, als auch Pensionen und AirBnB-Unterkünfte gehören selbst im Länderübergreifenden Vergleich zu den schönsten Schlafmöglichkeiten überhaupt.

Während Pensionen und AirBnB-Unterkünfte einfach und wie gewohnt gebucht sind, gibt es bei Hostels etwas zu beachten. So existieren in Neuseeland zwei große Hostel-Netzwerke: das BBH (Budget Backpacker Hostels) und YHA (Youth Hostel Association). Meines Erachtens unbedingt zu bevorzugen ist das Netz aus BBH-Hostels.


BBH - wunderschöne, private Hostels sorgen für unvergessliche Nächte

Das BBH ist ein Zusammenschluss aus privaten und zumeist Familienbetriebenen, wunderschönen kleinen Hostels. Oft kommt man hier in individuell gestalteten drei- oder vier-Bett-Zimmern unter, während im YHA eher die Party-People in zehn-Bett Zimmern nächtigen (auch gut, aber eine andere Zielgruppe).

Bei der ersten Übernachtung kann man eine BBH-Clubkarte erwerben, die sich relativ schnell wieder auszahlt, weil man pro Übernachtung und bei verschiedenen Aktivitäten (bspw. der Fährfahrt zwischen Nord- und Südinsel) spart. Deswegen macht es auch Sinn, die Fähre erst nach dem Erwerb einer solchen Clubkarte, zu buchen.

Von dem Netzwerk der Budget Backpacker Hostels gibt es jedes Jahr einen Katalog mit allen Hostels, die zum Verbund gehören und die in dem Pamphlet bewertet werden. Diesen Katalog gibt es eigentlich in jedem zugehörigen Hostel und kann kostenfrei mitgenommen werden.

Die Erfahrung zeigt, dass alle Unterkünfte mit einer Bewertung von über 80 Prozent großartig sind.


Die neuseeländische Fortsetzung folgt...

Okay, Unterkünfte sind klar und der fahrbare Untersatz auch. Aber wo darf es denn nun eigentlich hingehen? Die gute ist zugleich die schlechte Nachricht: die lohnenswerten Ziele sind unendlich und ich habe mal Neuseeländer getroffen, die seit zwei Jahren mit dem Wohnwagen durch ihr eigenes Land gereist sind und sich beschwert haben, noch nicht annähernd alles gesehen zu haben.

Deswegen geht es im zweiten Teil dieser kleinen Beitragsserie zunächst um die tollsten und schönsten Spots auf der Nordinsel und erst in Teil drei um die fantastische Südinsel.
Christin Wanderlust
Christin Wanderlust
Frau Wanderlust zeigt dir Wege auf, wie du das Reisen und das Arbeiten in der Heimat verbinden kannst. Eine Weltreise muss dabei nicht immer heissen, dass du deinen Job kündigen und alles aufgeben musst. Also schau doch mal vorbei!

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