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Island / Tag 3 – 4: einladendes Stykkishólmur als Sprungbrett in den Snaefellsjoekull National Park

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Wunderschönes Stykkishólmur als Ausgangspunkt für den Snæfellsjökull National Park

Wir haben uns zu fünft entschieden, nach ein paar schönen Tagen in der Hauptstadt Reykjavik weiter Richtung Norden auf die Halbinsel Snæfellsnes zu fahren. Genauer gesagt Stykkishólmur, ein kleines verschlafenes Hafendörfchen mit seinen rund eintausend Einwohnern.

Ehrlich gesagt, kann ich den Ort selbst nach unserem zweitägigen Aufenthalt noch immer nicht schreiben, ohne abzuschauen, geschweige denn richtig aussprechen. Stykkishólmur! Doch mit ein paar schönen, bunten Häusern, einem Naturhafen, umhüllt von zahlreichen Fjorden und entspannter, verschlafener Atmosphäre hat der Ort im Sommer durchaus was zu bieten.

Gleichzeitig ist der Gedanke, dass Menschen hier im Winter mit gerade mal drei Stunden Tageslicht ohne kulturelle Möglichkeiten eines Kinos oder Theaters auskommen, schwierig zu führen. Wir müssen dringend einmal im Winter zurück kommen, um das Leben im verschneiten Stykkishólmur zu erleben und zu verstehen.


Inmitten der Isländer, mit allen Vor-und Nachteilen

Erneut haben wir uns in einer AirBnB-Unterkunft eingebucht und hatten wieder das Glück mit einem Hot-Pot. Es scheint uns sehr verbreitet, dass Isländer ein zweiten Sommersitz haben und den regelmäßig über die Plattform vermieten. Uns ist es recht, denn so haben wir die Möglichkeit mitten unter den Einheimischen zu nächtigen und dabei das isländische Leben mit seinen Eigenheiten des täglichen Lebens am besten kennenzulernen.

Eine ganz spezifische Eigenheit Islands ist das Wetter. Bei circa zehn Grad, Wind, und Nieselregen bei unserer Ankunft, haben die Zeilen „Sommer, Sonne, Sonnenschein“ eine ganz neue Bedeutung. Ja, okay. Wir sind ja auch nicht „ab in den Süden“ geflogen, sondern „ab in den Norden“.


Eine Ankunft mit Wein! Endlich!

So haben uns Stykkishólmur (yesss - jetzt erstmalig ohne abschauen) und das windige Herbstwetter nach unserer Ankunft Richtung Hafen und auf einen kleinen Hügel mit Leuchtturm hinauf geleitet. Von dort aus hatten wir einen wundervollen, windigen Ausblick über die Fjorde, den Hafen, die schönen, bunten Häuschen und die futuristische Kirche, die sich -wie so oft in Island- über dem Ort erhebt.

Den Abschluss fand der Tag natürlich wieder mit einem Gang in den heißen Pool und erstmalig auch einem Wein. So haben wir es nach drei Tagen auf der Insel geschafft, rechtzeitig zwischen 11 und 18 Uhr -außer Sonntag versteht sich- einen Laden, der Alkohol verkauft, aufzusuchen. Herrlich!


Lieber Snæfellsjökull National Park, wir kommen!

Mittwoch, offiziell wohl Tag fünf unserer Reise, sind wir zum National Park Snæfellsjökull aufgebrochen. Sowohl die Fahrt dorthin als auch der Park selbst sind etwas ganz besonderes.

Die circa einstündige Fahrt bis in den Snæfellsjökull National Park hat uns an einmaligen Landschaften mit schneebedeckten Bergen, einem Gletscher, Lavaumhüllten Hängen mit Mond-Feeling, kleinen Wasserfällen und vielen Brücken über fließende Wasserströme geführt. Wir hatten an dem Tag unglaublich Glück mit dem Wetter und so haben Sonne und ein blau strahlender Himmel ihr übriges getan, um ein herrliches Gesamtbild zu schaffen.


Vom Kikjufoss und Kirkufell, zwischen Wasser und Bergen

Unseren ersten Stopp haben wir am kleinen, aber feinen Kikjufoss eingelegt. Dieser „kleine“ gemütliche Wasserfall hat uns mit seiner ganz eigenen, Energiegeladenen Stimmung und dem Blick über den Berg Kirkjufell (übersetzt „Kirchenberg“) in den Bann gezogen.


Ólafsvík als Eintrittstüre für Snæfellsjökull

Auf dem Weg Richtung Park haben wir dann in dem kleinen Fischerort Ólafsvík eine Mittagspause eingelegt. Das ist nicht nur wegen der guten Küche dort zu empfehlen, sondern auch deswegen, weil es im National Park keine Möglichkeiten des externen Nahrungserwerbs gibt.


Die Welt trifft sich im Snæfellsjökull National Park

Gestärkt und voller Vorfreude sind wir dann nun wirklich im Snæfellsjökull National Park angekommen, ein historischer Ort mit einmaligen Landschaften sowie beindruckender Flora und Fauna. Der Besuch des Parks ist für seine Besucher kostenfrei und ich hatte das Gefühl, dass sich hier die ganze Welt trifft, mit Islandbegeisterten aus Spanisch- und Englischsprachigen Ländern, vielen Skandinaviern und natürlich Deutschsprachigen.

Toll! Ein so individueller Ort, in dem die Begeisterung keine Herkunftsunterschiede kennt.


Ein Zertifikat für Nachhaltigkeit

Besonders beeindruckend ist außerdem, dass die Isländer mit diesem Park die ersten Europäer waren, die das Certificate for Green Globe erhalten haben und es bis heute halten. Das Zertifikat betätigt dem Snæfellsjökull Park einen umfassenden nachhaltigen Tourismus und muss ständig erneuert werden.


Besteigung des Saxholl Kraters

Wir haben uns auf der Fahrt von der Umgebung buchstäblich umhauen lassen, bevor wir am Saxholl Krater angekommen sind. Dies ist ein einfach zu besteigender Krater, an dem sogar eine kleine Treppe installiert wurde und deren Erklimmen einen fantastischen Blick über die Landschaft des National Parks erlaubt. Grandios!


Wunderschöne Klippenaus- und Ansichten in Hellnar

Mit weiteren „oooohhhh“s und „aaaaahhhh“s ging es dann bei uns im Bus weiter, über das empfehlenswerte Besucherzentrum des Parks in Malarrif bis nach Hellnar.

Von Hellnar aus wurde uns ein ca. 30-Minütiger Spaziergang an der Küste entlang bis nach Anarstapsi empfohlen. Diese Empfehlung sollte sich als Volltreffer herausstellen. Wenngleich auch hier wieder zahlreiche Spaziergänger -mancher würde vielleicht auch Wanderer sagen- unterwegs waren, konnten wir wunderschöne Klippenaus- und Ansichten geniessen und abwechslungsreiche Felsformationen bestaunen.

Zu Beginn des Walks gibt es in Hellnar ein kleines, wohl Namenloses aber super schönen Café. Wir sind hier am Ende unserer Walking-Tour eingekehrt und haben neben den tollen Ausblicken, die letzte Sonne des Tages getankt, riesige, leckere Schoko- und Karottenkuchen verzerrt und die unglaubliche Idylle genossen. Das Café war für uns der Abschluss eines wunderbaren Nationalpark-Tages.

Unter der hier verlinkten Webseite gibt es im Übrigen weitere Informationen zum Park, Sehenswürdigkeiten und Wanderwegen.


Verabschiedung mit angewachsenen Kiemen

Unser Weg ist an dem Tag wieder Richtung unserem Apartment in Stykkishólmur gegangen, wo wir nach einem gemütlichen Abendessen natürlich erneut in den Hot-Tub gestiegen sind - ein Wunder, dass wir uns noch nicht in Fische verwandelt haben.

Am Abend mussten wir dann bei unserer Nachtwanderung um kurz vor Mitternacht kräftig schmunzeln. Bei hellem Licht gewinnt die „NACHTwanderung“ nämlich eine ganz neue Bedeutung. Obwohl wir den Sonnenuntergang knapp verpasst haben, konnten wir nochmal ein paar tolle Blicke vom Leuchtturm erhaschen, mit denen wir uns aus diesem kleinen Ort verabschieden.

Von hier aus geht es weiter Richtung Akureyri.
Christin Wanderlust
Christin Wanderlust
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