Ein Traumstart in Bogotá – laut, weit und bunt

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Bogotá, ich danke dir! Ich bin wieder unterwegs, spüre das Leben, den Rückenwind, die Freiheit und habe Lust! Lust, Neues zu entdecken, die Welt zu erleben und Spaß zu haben. Dir, liebes Bogotá danke ich, weil du mich willkommen geheißen und direkt wieder aufgesogen hast mit deiner Exotik.

Reiseleben! Du hast mich zurück!


Allgemeines zu Bogotá

Bogotá, die Hauptstadt von Kolumbien, ist die allererste Reisedestination für unsere acht-monatige Reise um die Welt. Wir hätten sie besser nicht wählen können, denn sie ruft einen direkt aus den Träumen. Bogotá ist voll von Menschen, Händlern, Verkehr, Stau zur Rush Hour und die Stadt ist umhangen von einer Abgaswolke. Das ist kein Wunder, bei 9.5 Millionen Einwohnern in Bogotá (Quelle: Wikipedia).

Die Stadt ist in vieler Hinsicht einzigartig. So liegt sie 2.640 Meter über dem Meeresspiegel, wo die Luft schonmal dünner ist als anderswo. Das Klima unterscheidet sich daher auch vom Rest des Landes, denn während es beispielsweise im kolumbianischen Norden grade 30 Grad hat, ist es in der Hauptstadt weitaus kühler. Als größte Stadt Kolumbiens ist Bogotá der Schmelztiegel aller einheimischen Kulturen, multikulturell und bunt gemischt. Moderne Architektur trifft hier auf koloniale Bauweise und als Großstadt hat Bogotá für jedermann etwas zu bieten.

Bogotá, so weit das Auge reicht
Bogotá - eine Stadt so weit das Auge reicht


Eine fantastische Unterkunft als grandioser Start

Wir haben uns für unsere ersten beiden Nächte in einer AirBnB-Unterkunft in Bogotá eingemietet. Das sollte sich als Volltreffer herausstellen. So haben uns unsere beiden Hosts Juan und Andrey wundervoll aufgenommen und uns mit vielen Reisetipps für Bogotá und ganz Kolumbien versorgt.

Das Apartment der beiden liegt in der Nachbarschaft Chapinero. Hier gibt es viele Botschaften, es ist eine sehr sichere Gegend und wir durften so eintauchen, in der Leben der Einheimischen.

Wir haben auch Reisende getroffen, die im Teil La Candeleria übernachtet haben. Das ist mitten in der Innenstadt und wir könnten uns vorstellen, dass es sich auch in der Gegend sehr gut übernachten lässt.


Von Höhen und Weiten auf Monserrate

"Wenn ihr in Bogotá seid, müsst ihr auf jeden Fall nach Monserrate fahren", hat uns Juan beim ersten Frühstück verraten. Gesagt, getan. So sind wir frisch gestärkt direkt in ein Taxi gesprungen und haben uns aufgemacht, diesen Berg am Rande der Stadt zu erkunden.

Monserrate ist 3.152 Meter hoch und es führen drei Wege nach oben, wovon uns einer versperrt war. So war der Wanderpfad an die Spitze Wetterbedingt nicht zugänglich. Am Vormittag fährt aber bis 12 Uhr ein Cable Car nach Monserrate hoch und wieder runter. Ab 12 Uhr dann kommt die Seilbahn zum Einsatz, die Besucher in beide Richtungen befördert. Wir sind genau zur Mittagszeit am Berg gewesen, wodurch wir in den Genuss beider Transportmittel gekommen sind.

Der Preis für die Fahrten beträgt hin und zurück 18.000 Pesos (circa. 5 Euro).

Cable Car in Bogotá
Auf dem Weg nach oben mit dem Cable Car


Stadt, Stadt und noch mehr Stadt

Oben angekommen waren wir dann geflasht von der Weite Bogotá's. Der Blick reicht weit von Monserrate und wohin wir westwärts geschaut haben, sahen wir auf die Stadt. Ostwärts türmen sich hingegen weitere Bergketten auf, die wir nur bestaunen konnten.

Auch eine Kirche, ein paar schöne Pflanzen, ein kleiner Markt mit Essens-Möglichkeiten und zwei Restaurants befinden sich oben am Berg. Später bekamen wir den Tipp, dass es sich auch am späten Nachmittag lohnt, den Berg hochzufahren. Dann hat man nämlich den Blick auf die Stadt bei Tag und nach Sonnenuntergang auch bei Nacht.

Bogota: Kirche auf Monserrate
Ein beliebtes Wallfahrtziel - die Kirche auf Monserrate


Bogotá: Kirche auf Monserrate
Die Kirche von innen


Bogoáa: Markt auf dem Monserrate
Markttreiben auf dem Monserrate


Ein wunderbarer Einblick in die Stadt auf der Free Walking Tour

Seit den ersten Touren durch Reykjavik und Helsinki sind Waldemar und ich große Fans von Free Walking Touren. Natürlich haben wir uns daher auch in Bogotá eine Free Walking Tour raus gesucht und mit Beyond Colombia eine wunderbare Tour gefunden.

Bogotá: Free Walking Tour
Wir sind auf der Free Walking Tour und Juan erklärt


Drei Stunden lang hat uns (auch) Juan durch die Straßen des Stadtteils La Candelaria geführt und uns mit allen wichtigen geschichtlichen Details, mit kulturellen Eigenheiten, Antworten zum Schulsystem und politischen Hintergründen versorgt. Gerade politisch haben Bogotá und ganz Kolumbien bis heute und gerade auch ganz frisch ja einiges zu bieten.

Bogota: La Candelaria
Ein bunter Stadtteil in Bogotá - La Candelaria


Zudem haben wir das südamerikanische Getränk Chicha probieren dürfen, ein Bier das schon die Inkas getrunken haben. "Eine Flasche kostet umgerechnet ein Dollar, zwei Flaschen zwei. Nach zwei Flaschen ist man total betrunken und wo sonst kann man sich für zwei Dollar betrinken", schwärmt unser Guide Juan. Er warnt aber zugleich vor dem Kopfweh am nächsten Tag.

Die Free Walking Tour ist insofern free, als dass es zuvor keinen festgelegten Preis der Tour gibt. Vielmehr genießt man als Besucher die Tour und entscheidet im Anschluss, wie viel Geld einem das Angebot wert war. Wir waren begeistert und haben 25.000 Pesos pro Person gegeben, umgerechnet wohl so 8 Euro.


Chaos auf den Strassen - Verkehr und Transport

Der Verkehr in Bogotá ist überwältigend. Es gibt viele Menschen und damit natürlich auch viele Autos. Leider gibt es in der Stadt kein Bahnsystem und so weichen alle auf Autos, Taxis und Busse aus.

Die Taxis sind leicht an ihrem gelb zu erkennen, sind kleine Hyndais und da wo eigentlich nur zwei Spuren sind, werden auch schonmal zwei neue aufgemacht. Wer hupt gewinnt und zwischendurch lärmen die stinkenden Stadtbusse. Großstadt-Feeling pur.

Auf manchen Strassen haben die Stadtbusse eigene Fahrbahnen, wodurch sie sich gerade im Berufsverkehr etwas schneller durch die Strassen in Bogotá bewegen. Um diese Busse zu benutzen benötigt es allerdings eine Chipkarte, die zwar nur knapp einen Euro kostet (3.000 Pesos), doch wir haben sie nur in der Innenstadt an den Haltestellen kaufen können.

Als wir eine solche Karte in der Hand gehalten haben, konnten wir für 2.000 Pesos pro Fahrt die Busse geniessen. Die Chipkarte muss aber vorher aufgeladen sein.

Taxifahren ist in Bogotá super preiswert. Unsere 40-Minütige Taxifahrt vom Flughafen zu unserer AirBnB-Unterkunft hat beispielsweise gerade mal 25.000 Pesos gekostet (8 Euro). Gerade im Berufsverkehr gewinnt man jedoch mit dem Taxi nicht viel und der Fahrstil der Taxifahrer kann auch schonmal ein paar Nerven kosten.


Sicherheit in Bogotá

Mit dem Besuch Kolumbiens erfülle ich mir endlich ein Reiseziel, dass schon lange auf meiner Liste stand. Bereits 2009 war ich für drei Monate in Südamerika und bin damals aus Sicherheitsgründen nur bis Ecuador hoch gereist. Besonders gut war der Ruf des Landes Kolumbien nämlich nicht und ich habe damals eigentlich keinen getroffen, der nicht wenigstens einmal überfallen wurde.

Das hat sich deutlich gebessert. Mittlerweile haben einige meiner Freunde Kolumbien bereist und waren durchweg begeistert.

Ein Besuch auf den Seiten des Auswärtigen Amtes zeigt, dass die Sicherheitslage in Bogotá und ganz Kolumbien zwar kein Zuckerschlecken ist, sich jedoch deutlich verbessert hat. Wir selbst hatten in Bogotá nicht ein einziges Mal ein ungutes Gefühl, sind aber mit der für Südamerika üblichen Umsicht gereist.

Im Gegenteil - wir waren begeistert von der Freundlichkeit der Menschen in der Stadt. Immer wieder gibt es ein Lächeln, ein freundliches Hola und als wir im Bus unser Ticket nicht zahlen konnten, weil unserer Chipkarte nicht aufgeladen war, sind direkt zwei Mitfahrer in die Breche gesprungen.

Bogotá ist eine Großstadt und wie in deutschen Städten auch, birgt dies Gefahren. Zugegebenermassen passiert in Bogotá wahrscheinlich noch mehr, doch mit offenen Augen und Achtsamkeit auf seine Sachen kann man hier als Reisender eine gute Zeit verbringen.


Weitere Quellen

Bogotá ist riesig und wir haben die Stadt viel zu kurz erlebt. Deswegen freue ich mich, dass auch andere Reisende an dem Ort waren und hier eine tolle Zeit erlebt haben. Schau auch mal dort vorbei.

Ellen war zusammen mit ihrer Familie in Kolumbien und hat auf ihrem Blog PaToTra beeindruckende Fotos und Inhalte aus Bogotá mit gebracht.

Julian hat lange Jahre in Medellin gearbeitet und schreibt auf seinem Blog auch über Bogotá.

Die Seite Colombia Travel bietet tolle Einblick in Bogotá und Kolumbien als Reisedestination.


Schlussplädoyer zu Bogotá

Bogotá hat uns mit offenen Armen empfangen. Definitiv solltest du dir als Reisender die Stadt unbedingt anschauen, wenn du schonmal in Kolumbien bist. Man kann sicherlich mit ein bisschen mehr Zeit noch viel weiter in die Tiefen dieser vielfältigen Stadt eintauchen, als wir es getan haben.

Am Ende des Tages sind wir jetzt erstmal froh, den Großstadt-Lärm hinter uns zu lassen und uns in ruhigeren Gewässern zu bewegen.

Bogotá: Café im Goldmuseum
Nach einem langen Tag - Abschluss mit einem Kaffee im Gold Museum


Christin Wanderlust
Christin Wanderlust
Frau Wanderlust zeigt dir Wege auf, wie du das Reisen und das Arbeiten in der Heimat verbinden kannst. Eine Weltreise muss dabei nicht immer heissen, dass du deinen Job kündigen und alles aufgeben musst. Also schau doch mal vorbei!

3 Kommentare

  1. […] meinem Beitrag zu Bogotá habe ich ja bereits über unsere erste Unterkunft und unsere dortigen Gastgeber geschwärmt. Und so […]

  2. Sonja sagt:

    Wow, was für ein schöner Bericht und welch tollen Eindrücke ihr gesammelt habt. Es freut mich, dass der Auftakt eurer Weltreise in Kolumbien so gut geklappt hat.
    Auf die nächsten spannenden Reisemomente 😉
    Liebe Grüße
    Sonja

    • Liebe Sonja,
      vielen Dank für deine Worte. Kolumbien ist einfach wirklich ein grandioserer Startpunkt. Wie ich sehe, hast du da auch sehr gute Erfahrungen gesammelt 🙂
      Und ja, bisher geht es einfach fantastisch weiter. Chile hat uns wunderbar empfangen.
      Liebe Grüße zurück,
      Christin

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