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Reykjavík, die nördlichste Hauptstadt Europas sagt Willkommen!

Beitragsbild: Gefühlschaos vor der ersten Reise
Garantiertes Gefühlschaos vor der ersten Reise und warum es sich lohnt!
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Es ist gerade 22.58 Uhr in Reykjavik. Ich sitze auf einem dicken Ledersessel, entspannte Töne kommen aus der Lautsprecherbox und ich lasse mich von der Sonne durch die riesige Wohnzimmer-Fensterfront blenden. Die Sonne geht gerade am Horizont unter und es ist immer noch taghell. Wunderbares Island!


Das Land aus Feuer und Eis

Vor zwei Tagen bin ich in dem Land aus Feuer und Eis angekommen und werde hier zwei Wochen verbringen. Zuvor wußte ich nicht viel über das Land. Das fantastische Abschneiden der Isländer bei der EM in Frankreich hat zu etwas Wissensaufbau beigetragen. Dass die Isländer beispielsweise ihren neuen Präsidenten in Frankreich gewählt haben, weil nach dem Einzug in das Achtelfinale circa zehn Prozent der Einwohner noch auf EM-Boden geweilt haben. Bei 30 Tausend isländischen Fans macht das also gut 300 Tausend Einheimische auf der Insel.

Dass die Isländer ein nettes Völkchen sind und das Land wunderschön, habe ich von Freunden gehört, die schonmal in diese Region gereist sind. Das waren für mich die besten Voraussetzungen, hier mal vorbei zu schauen.


„Collect memories - not things“

Am Samstagmittag hat mich dann die isländische Fluglinie WOW-Air von Düsseldorf in die nördlichste europäische Hauptstadt geflogen, die es gibt: Reykjavik.


Dort angekommen gab es zunächt ein paar Startschwierigkeiten mit dem VW-Bus, den wir gebucht haben, nachdem auch meine weitere Familie Lust auf dieses für uns neue Land hatten und wir hier zu fünft angereist sind.

Nach zwei Stunden Gebohre und Gehämmere bei der Autovermietung konnten wir unseren fahrbaren Untersatz in Empfang nehmen und die 30 Kilometer vom internationalen Flughafen in Keflavik in die Hauptstadt und dort in unsere tolle AirBnB-Unterkunft fahren.


Wasser und Wärme im Überfluss

Von der riesen Fensterfront habe ich ja ansatzweise schon geschwärmt. Der Ausblick ist grandios und wir haben eine Terrasse mit eigenem Hot-Pool. Oh yeah. Anders als in Deutschland, ist Wasser und Strom in Island unglaublich billig, weil es im Überfluss vorhanden ist. So wurden wir vom Besitzer der Unterkunft angehalten, bitte jedes Mal das Pool-Wasser zu wechseln. In der Küche brennt Tag und Nacht Licht und die Fußboden-Heizung im Bad kocht uns unter unseren Füßen.


Free walking durch Reykjavik

Zwei Stunden Zeitverschiebung und eine helle Stadt mitten in der Nacht haben uns einen kleinen Jetlag versetzt, dem wir am ersten Tag mit einem ausgiebigen Frühstück und Sightseeing in der Stadt entgegengebracht haben.


Mit der „free walking tour“ haben wir den perfekten Einstieg zum Kennenlernen der Stadt und des Landes gewählt. So hat uns der Isländer Eric in einer zweistündigen Tour unglaublich viel Wissen darüber vermittelt, inwiefern Island das moderne Australien ist, wie ein Norweger Island im Jahre 871 Plus Minus 2 besiedelt hat, warum die Bürgersteine niemals einfrieren und warum die Söhne immer genauso heißen, wie ihre Opas. Darüber aber ein anderes Mal mehr. Wer einmal in der Stadt ist, sollte sich die Tour definitiv nicht entgehen lassen.


Ganz frei ist die Tour im Übrigen nicht. Zwar wird zuvor kein fester Preis für den Stadtrundgang festgesetzt, doch soll das allein dem Teilnehmer die Freiheit geben, den eigenen Wert der Tour festzulegen und entsprechend zu löhnen. Ein tolles System, wie ich finde.


Kreatives Island bringt Spaß für alle

Auf der Haupteinkaufs-Meile Laugavegur haben die Hauptstädter an dem Tag unserer Stadttour ein ganz besonderes Programm geboten. Witzigerweise haben sie am Ende auf einem abschüssigen Stück der Strasse eine Wasserrutsche aufgebaut und die Kids auf Luftreifen die Strasse runterrutschen lassen. Ein Spaß für alle!


Hallgrímskirkja, Öskjuhlíð und Skál

Mit der isländischen Aussprache kämpfen wir noch leicht. Wie spricht man wohl die Kirche aus, in der wir gestern waren: Hallgrímskirkja? Oder den Hügel Öskjuhlíð, von dem aus man einen wunderbaren Ausblick auf die Stadt und den innländischen Flughafen hat und auf dem sechs Wassertanks stehen?


Skál haben wir gelernt! Prost! Allerdings bringt dieses Wort nur bedingt viel. Während Alkohol in Restaurants und Bars genauso wie alles andere in Island unglaublich teuer ist, hatten wir die ersten Tage keine Chance auf Alkohol - außer 2,25 prozentigem Bier, das es im Supermarkt zu kaufen gibt. Alles andere gibt es nur in speziellen Läden, die nur bis 18 Uhr aufhaben und Sonntags sowieso nicht.

Aber in unserem Hot-Tub sitzen ging zum Glück auch mit dem Supermarkt-Dosen-Bier an allen Abenden sehr gut.


1 goldener Kreis - 3 Highlights

Heute haben wir uns mit unserem Bus auf den so genannten Goldenen Kreis begeben. Dabei handelt es sich um eine Rundreise, die man gut von Reykjavik aus machen kann und auf der man drei absolute Highlights in Island bewundern kann:

1. Þingvallir - liegt mitten in einer Grabenbruchzone, in der die amerikanische und die eurasische Platte zwischen 1 und 18 mm im Jahr auseinander driften und sich so impulsante Felsplatten aufgetürmt haben


2. Geysir - wie der Name schon sagt, nur dass es sich hier um den wohl bekanntesten Geysir im Land handelt

3. Gullfoss - ein unglaublich energiegeladener Wasserfall, der mehr Wassermassen davon trägt, als einige der bekanntesten Wasserfälle.



Die drei Spots sind ziemlich überlaufen, was mich eigentlich oft direkt abschreckt. Und doch sind die drei Spots alle für sich so einmalig und atemberaubend, dass ich selbst trotz den zahlreichen anderen Menschen begeistert war.

Zwei dieser anderen Menschen haben wir auf der Hinfahrt auch direkt kennengelernt, nachdem wir ein tschechisches Anhalter-Pärchen mitgenommen haben und sich der Platz in unserem VW-Bus direkt bewährt gemacht hat. Der perfekte Nebeneffekt für uns war, dass die beiden bereits seit ein paar Wochen durch Island gereist sind und uns zahlreiche Tipps geben konnten.


Mit Schummeln wieder zurück

Nachdem wir die drei Spots gesehen und zwischenzeitlich im wunderschönen Laugarvatn im Restaurant Lindin zu Mittag gegessen haben, sind wir am Ende um ein bisschen Schummeln nicht herum gekommen. Obwohl der goldene Kreis noch über die Stadt Selfoss geht, sind wir aus Zeitgründen auf direktem Wege wieder nach Reykjavik gefahren und -na klar- ab in unseren Pool gesprungen.


Die ersten beiden Tage in Island haben sich wunderbar angelassen. Unbedingt empfehlenswert für Reisende in der Stadt sind noch die Bäckerrei Brauð (na - wie spricht man das wohl?!) und das grandiose Café Reykjavik Roasters für alle Kaffeeliebhaber.

Wir freuen uns unterdessen auf das kleine Örtchen Stykkisholmur, in das uns unsere Reise als nächstes verschlagen wird.

Hier geht die Serie zu Island weiter.


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Christin Wanderlust
Christin Wanderlust
Frau Wanderlust zeigt dir Wege auf, wie du das Reisen und das Arbeiten in der Heimat verbinden kannst. Eine Weltreise muss dabei nicht immer heissen, dass du deinen Job kündigen und alles aufgeben musst. Also schau doch mal vorbei!

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