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Hätte ich niemals angefangen zu reisen. Der Round Up, Teil 2.

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Lang, lang ist es her. Ich war vielleicht 16 Jahre alt und stand in der Küche meiner Eltern. Da ging eine Nachbarin an unserem Haus vorbei, sie ließ ihre Schultern hängen und blickte traurig vor sich hin. Sie wirkte unglücklich und eine Angst schoss mir damals durch meinen Kopf.

Was ist eigentlich, wenn ich irgendwann aufwache, mit 50 Jahren oder so und meine Träume nicht gelebt hätte? Wenn ich dann auch so unglücklich vor mich hin trotten würde, gefangen in einem Leben, das mir nicht gefällt und das ich niemals leben wollte. Ein Leben, das ich einfach nur lebe, weil ich mit den Ansprüchen der Gesellschaft und mit der Norm schwimme.

Dieser Moment hat in mir etwas verändert. Ich habe mir geschworen, dass ich meine Träume leben werde und nicht auf morgen oder bis zur Rente oder auf was auch immer warte.

Momente wie diesen, gibt es für uns viele im Leben. Kleine Augenblicke oder auch neue Erfahrungen, die unsere Richtungen nachhaltig verändern und bestimmen.


Das Reisen als ein richtungsweisendes Erlebnis

Auch eine Reise ist so eine richtungsweisende Entscheidung und kann den Reisenden nachhaltig verändern. Gemeinsam mit Stefanie von ComfortZoneless habe ich daher darüber philosophiert, was eigentlich gewesen wäre, wenn wir niemals begonnen hätten zu reisen.

Unser beider Leben wäre heute ein ganz anderes gewesen. Die Tatsache, dass wir unsere Träume in die Realität umgesetzt haben, hat uns bereichert und positiv verändert.

Ob das wohl vielen anderen auch so geht, haben wir uns gefragt und deswegen noch weitere Reise-Blogger befragt. Herausgekommen sind viele inspirierende Antworten. Fünf Blogger-Antworten, darunter auch meine, findest du auf Stefanies Blog.

Weitere vier Antworten von fünf Reisenden gibt es jetzt, ganz exklusiv hier.



Nick von Travel Echo

Mit seiner Vortragsreihe 6 Jahre Weltreisen hat Nick die letzten Monate die deutschen Städte unsicher gemacht und in seinen Vorträgen bei unzähligen Menschen Fernweh entfacht. Ich selbst war in Köln dabei und es war einfach der Hammer. Auf seinem Blog Travel Echo schreibt Nick über die Notwendigkeit, aus seinem Leben das Beste herauszuholen und warum du auch mal gegen den Strom schwimmen solltest.

Wir haben Nick zwei Fragen gestellt:


Wohin ist deine erste große Reise gegangen und warum?

Also meine erste Reise wo ich mich mit dem Wanderlustvirus infiziert habe ging nach Neuseeland. Damals noch im Angestelltenverhältnis gewesen habe ich meine 24 Tage Jahresurlaub genommen und bin für 3 Wochen nach Neuseeland gereist. Es war März 2009. Die Flächendeckende Winterdepression in Deutschland war voll im Gange und ich wollte einfach nur Sonne! Die 3 Wochen Neuseeland waren Traumhaft. Die sagenhaften Landschaften, jeden Tage neue Abenteuer erlebt und von anderen Backpackern inspiriert zu werden das Reisen wirklich zu "leben". Neuseeland war der Ort der mich dann damals zum Weltreisen überredet hat ;-)


Wer und wo wärst du heute, wenn du niemals begonnen hättest zu reisen?

Ich wäre wohl immer noch als IT Systemkaufmann unterwegs. D.h. jeden Tag mit schickem Anzug und Geschäftswagen von Firma zu Firma unterwegs und würde meine Brötchen damit verdienen Software zu verkaufen. Ich wäre wohl immer noch sehr materialistisch und würde wohl immer noch jedes Wochenende mein hart verdientes Geld mit meinen Freunden in der Bar ausgeben, während wir uns darüber unterhalten wie gerne wir doch eigentlich mal die Welt sehen wollen. Und Montags würde ich dann wieder auf Arbeit gehen und und mich auf das kommende Wochenende freuen...


Reisen, Nick in Vietnam
© Nicolas Martin, TravelECHO



Chris und Marie von World on A Budget

Chris und Marie sind im Mai per One-Way Ticket nach Lateinamerika aufgebrochen. Auch für sie hat sich mit dem Reisen das Leben verändert und auf ihrem Blog WorldOnABudget schreiben sie gemeinsam darüber, wie es sich mit kleinem Geld reisen lässt.

Auch Chris und Marie haben unsere beiden Fragen bekommen:


Wohin ist Eure erste große Reise gegangen und warum?

Die erste gemeinsame Fernreise ging damals nach Marokko. Da wir die Zeit dort aber zusammen mit einigen Freunden verbrachten und gar nicht so auf uns alleine gestellt waren, würden wir lieber unsere erste gemeinsame Reise nach Sri Lanka werten.
Die Entscheidung fiel vor allem aufgrund der Größe von Sri Lanka, da wir nur knappe zwei Wochen zur Verfügung hatten und glaubten, dass wir das Land in dieser Zeit locker umrunden könnten. Im Nachhinein betrachtet übrigens ein ziemlicher Trugschluss und wir haben nicht mal die Hälfte geschafft.


Wer und wo wärt ihr heute, wenn ihr niemals begonnen hättet zu reisen?

Jedenfalls säßen wir jetzt nicht am anderen Ende der Welt, wenn wir niemals mit dem Reisen begonnen hätten. Wir wüssten natürlich auch gar nicht, welche tollen Erlebnisse und prägenden Erfahrungen wir niemals gemacht hätten.
Wir denken, dass Reisen immer auch ein Stück persönliche Entwicklung ist. Man wird ständig vor neue Entscheidungen gestellt und muss hin und wieder seine Komfortzone verlassen.
Außerdem entwickelt sich eine ganz neue Form der Dankbarkeit, wie gut es uns in Deutschland eigentlich geht. Wir müssen nur ein bisschen sparen und können die Welt erkunden, aber der Großteil der Menschen, die wir auf unseren Reisen treffen, wird dies trotz harter Arbeit niemals schaffen. Vielleicht sollte darüber mal der eine oder andere nachdenken, bevor er über Menschen schimpft, die in der Hoffnung auf ein besseres Leben nach Deutschland kommen.


Reisen, Chris und Marie im Wasser
©Christian Hergesell, WorldOnBudget



Reisefotograf Stefano

Ich habe den Reisefotografen bei einem Fotokurs in Köln kennengelernt. Stefano stand vorne und ich lernte Tipps und Tricks zum Fotografieren. Schnell war klar, dass wir auch darüber hinaus auf einer Wellenlänge liegen. So hat auch Stefano sich vom Reisevirus infizieren lassen und ist heute professioneller Reisefotograf. Das Bild auf dem Kolumbien-Reiseführer vom Lonely Planet stammt zum Beispiel aus seiner Kamera. Sein Blog ist in Arbeit, wie er mir verraten hat.

Stefano haben wir daher natürlich auch unsere beiden Fragen gestellt:


Wohin ist deine erste große Reise gegangen und warum?

Meine erste große Reise ging, wie bei vielen anderen, nach Asien. Ich hatte damals einen tollen Job in der Finanzindustrie und mir stand eine steile Karriere bevor. Aber irgendwie erfüllte mich die Arbeit nicht mehr. Ich meine, es ist ja nicht so, dass man morgens aufwacht und plötzlich steht die Welt Kopf. Bei mir war es ein gradueller Prozess der in der Kündigung meines Jobs endete. Eigentlich hatte ich vor, nach meiner Reise, die 9 Monate dauerte, mit frischer Energie in meinen Beruf zurückzukehren. Aber leider hatte ich auf meiner Reise die Zeit meines Lebens, die eine Rückkehr in mein altes Leben unmöglich machte.


Wer und wo wärst du heute, wenn du niemals begonnen hättest zu reisen?

Das ist wirklich schwer zu sagen. Ich habe vor meiner ersten großen Reise ja bereits im Ausland (London) gelebt und vermutlich wäre ich auch weiter in andere Länder gezogen. Aber sicherlich immer Arbeitsbezogen, um meine Karriere in der Finanzbranche voran zu treiben. So, also das Übliche: Familie, Haus, Auto, Boot, Hund und Katze :-)


Reisen, Stefano in Bolivien
©Stefano Paterna

Vom Reisen
©Stefano Paterna, um mal einen Ausblick in seine tolle Fotografie-Kunst zu geben



Stefanie von ComfortZoneless

Raus aus der Komfortzone und rein ins Leben. So sieht das Stefanie und löst mit ihrem Blog "Andersdenkende, Freiheitssuchende und Reiselustige" Fernweh aus. Auch bei Stefanie hat alles mal mit einer Reise begonnen und heute verbindet sie das Arbeiten in der Ferne mit dem Reisen. Gerade lebt sie in New York und schreibt, informiert, philosophiert über ein zwangloses Leben mit einer eigenen Richtung.

Hier sind die Antworten von Stefanie auf unsere berüchtigten zwei Fragen:


Wohin ist deine erste große Reise gegangen und warum?

Ein Schüleraustausch brachte mich mit 16 nach Minnesota. Das war bis zu dem Zeitpunkt meine längste Zeit, die ich im Ausland verbracht hatte. Ich nahm am amerikanischen High-School-Leben teil, jubelte der Footballmannschaft zu, sammelte Geld für den Schul-Fundraiser, aß PB&J-Sandwich zum Mittag und tat eben das, was ein amerikanischer Teenager auch tut.
Mit 16 sucht man noch seinen Weg, probiert viel aus und ist vor allem eins - beeinflussbar. Ich kehrte als junge Erwachsene zurück und wusste, dass das nicht mein letzter Aufenthalt in den Staaten sein würde.


Wer und wo wärst du heute, wenn du niemals begonnen hättest zu reisen?

Ich glaube, der Schüleraustausch war Auslöser für meine Fernwehschübe die zunächst vereinzelt auftraten, später stärker wurden und mich im Moment gar nicht mehr in Ruhe lassen. Ich hatte einmal die Freiheit gerochen.
Hätte ich die Leidenschaft zum Reisen nie entwickelt, hätte ich mehr Energie in Karriere gesteckt. In meinem Jahresurlaub würde ich All-Inclusive Hotels buchen. An Wochenenden würde ich auf teure Partys gehen und mich mit Wellness und Shopping für die harte Arbeit unter der Woche belohnen.
Ob ich in den nächsten Jahren meinen Weg wieder in diese Richtung einschlage? Ob die Anti-Sesshaftigkeit im Moment nur eine Phase ist? Ich weiß es nicht.

Reisen, Stefanie in Teeplantagen
©Stefanie George, ComfortZoneless



Lebe deine Träume!

Reisen verändert, nachhaltig, positiv und überhaupt. Alle Reiseverrückten hier und auch auf dem Beitrag bei ComfortZoneless zeigen, dass es sich lohnt, seinen Träumen zu folgen. Gegen den Strom schwimmen, Neues wagen und ausbrechen - wage es und folge deinen eigenen Ideen!

Wie geht es dir? Träumst du noch oder lebst du schon (um mal in Ikea-Worten zu fragen)? Wie geht es dir mit deinen Ideen? Vielleicht hat dich das Reisen ebenso nachhaltig verändert und du hast eine spannende Geschichte zu erzählen? Ich freue mich sehr, wenn du sie mit uns in den Kommentaren teilst.




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Christin Wanderlust
Christin Wanderlust
Frau Wanderlust zeigt dir Wege auf, wie du das Reisen und das Arbeiten in der Heimat verbinden kannst. Eine Weltreise muss dabei nicht immer heissen, dass du deinen Job kündigen und alles aufgeben musst. Also schau doch mal vorbei!

6 Kommentare

  1. Lisa sagt:

    Einfach nur toll! Reisen bereichert das Leben in jeder Hinsicht.

  2. Stefano sagt:

    Hallo Christin, vielen Dank, dass ich mitmachen durfte 🙂

  3. Hi Christin,
    das ist doch eine tolle Aktion von uns gewesen, in verschiedene Reiselifestyles hineinzuhorchen. Es ist spannend zu lesen, welchen Weg andere BloggerInnen eingeschlagen hätten bzw. auf welchen Wegen sie weiterhin entlanggerollt wären, hätte sich nicht die Reiseleidenschaft und die Entdeckerfreude entwickelt. Die größte Veränderung findet in der Einstellung zum Leben statt. Vieles ist gar nicht in Worte zu fassen. Man muss einfach mal seine Sachen packen und die Welt erkunden – bis es Klick macht. Natürlich findet nicht jeder einen Reiz daran.
    Schmunzeln musste ich, dass Nick von einem Wanderlustvirus spricht. Ich habe bisher immer die Bezeichung Reise-Gen verwendet.
    Und das Bild vom springenden Stefano zeigt doch nur, wie viel Lebensfreude und Freiheit einem das Reisen geben kann.

    Einen lieben Gruß,
    Stefanie

    • Hallo liebe Stefanie,

      jaaaa – voll! Diese Aktion hat wirklich sehr viel Spaß gemacht. Es ist spannend zu sehen, wie das Reisen verändert und wie du es beschreibst – es ist insbesondere die Einstellung zum Leben. Vieles zuvor „Wichtige“ rutscht in den Hintergrund. Wieder andere Sachen lernt man zu schätzen.

      Wanderlustvirus und Reise-Gen beschreiben beide sehr gut, wie sich bei einem Reisenden der Reise-Bug festsetzt. Der lässt einen dann nicht so schnell wieder los 🙂 Deswegen ist es immer wieder schön, Gleichgesinnte zu treffen.

      Einen lieben Gruss zurück und bis bald,

      Christin

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