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Egilsstaðir: Mücken, Kühe und isländische Pferde im Osten von Island

Cafe in Dalvik
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„Heute schreibe ich von einem ganz besonderen Ort: Egilsstaðir! Ich sitze vor unserer wunderbaren Unterkunft im Osten Islands vor unserem kleinen Cottage und schaue auf Nebelumhüllte Bergketten, grünes Gras, hügelige Landschaft und zwei kleine Pferdefohlen. Die Luft ist frisch, windig, ein Wasserfall plätschert.“


Positive Energie, Ruhe und Natur pur in Egilsstaðir

In meinen letzten Zeilen aus Island habe ich bereits geschwärmt von unserer vierten Station auf unserer zweiwöchigen Rundreise durch Island. Geschwärmt von einem unglaublich entspannenden, einladenden, freundlichen, entlegenen Reiterhof voll positiver Energie, Ruhe und Natur.

AirBnB hat uns dieses Mal in ein kleines Häuschen zehn Kilometer südlich von Egilsstaðir, dem größten Ort im Osten Islands, geführt. Hier haben wir bei Ellen und ihrer Familie unser eigenes kleines Häuschen bewohnt und sind jeden Morgen mit einem tollen Blick über ihr Grundstück und die umringenden Hügel erwacht.

Es gibt so Orte, die ich mir immer für „im Fall eines Burnouts“ vormerke. Dieser Ort ist definitiv so einer, der einen schnell ans andere Ende der Welt und runterholt.


Wiedersehensfreude in Akureyri mit einem Schiff

Aber mal first things first. Immerhin liegen zwischen unserem letzten Ort Akureyri und Egilsstaðir 270 Kilometer und einige fette Highlights, die durchaus eine Erwähnung verdienen.

An unserem Abreisetage haben wir in Akureyri beim Morgenkaffee aus dem Küchenfenster im Hafen der Stadt ein Kreuzfahrtschiff ankommen sehen: die MSC. Mit dem selben Anbieter sind meine Eltern vor kurzem an das Nordkapp nach Norwegen geschippert und als dann noch klar war, dass vor uns genau das selbe Geschoss anlag, mit dem sie im Juni getourt sind, waren Freude und Überraschung groß.

Das Schiff wurde zur Objekt der Foto-Begierde aus allen Lagen für die zwei und unsere Abreise um mehreren Fotostopps nach hinten verschoben.


Kreuzfahrt-Reisende am Wasserfall Goðafoss

Die Freude darüber währte so lange, bis wir zur ersten Sehenswürdigkeit auf unserer Route Richtung Osten angelangt sind. Dem Wasserfall Goðafoss.

Natürlich wollten auch die tausenden Menschen auf dem Kreuzfahrtschiff an ihrem Landgang etwas Schönes sehen und so haben wir uns den Blick auf diesen kleineren, aber nicht minder schönen Wasserfall mit allen Beteiligten geteilt.


Von Mücken und Kühen weiter in die Höhle Grjótagjá

So ging es weiter zum Mývatn, dem Mückensee, einem weiteren Highlight auf unserer Strecke. Nach einem super leckeren Mittagessen im für ein Essen unbedingt zu berücksichtigen Kuhstall Vogafjós ging es abwechslungsreich weiter.

Zunächst verzauberte uns die Höhle Grjótagjá, die unter einer beeindruckenden Felsspalte einen kleinen See versteckt hält. Während der Spot früher sozusagen als Badehalle diente, ist die Temperatur durch verschiedene Vulkanaktivitäten mittlerweile auf circa 45 Grad angestiegen und der See dient nur noch dem Anschau-Unterricht.


Und mit einmal standen wir oben und schauten nach unten - der Krater Hverfell

Bereits von dort hatte man ebenso einen Blick auf den ca. 140 Meter tiefen und eintausend Meter umfassenden Krater Hverfell, der imposant aus der Lavaüberzogenen Gegend herausragt. Nach einem kleinen Wanderweg zum Krater, lässt sich dieser auch erklimmen und belohnt mit einem fantastischen Blick auf den Mückensee und die Umgebung.


Nebel und Nieselregen als Begleiter in ein wahres Paradies

Durch Nebel und Nieselregen haben wir es denn nach Egilsstaðir geschafft und sind auf dem tollen Hof angelandet, von dem ich eingangs geschwärmt habe. Leider kann man die tolle Unterkunft nicht über eine eigene Seite buchen, sondern nur über AirBnB selbst.

Egilsstaðir selbst wird nicht unbedingt als schöne Stadt mit viel Zauber angepriesen, doch hat die Umgebung einiges zu bieten.


Wasser, Wasser, Wasser - Vatn auf isländisch!

So schließt sich an dem wurmartigen, etwa 35 Kilometer langen Lagarfljót See der Hengifoss an - mit 128 Metern freiem Wasserfall einer der größten Wasserfälle Islands.

Ein schöner, circa einstündiger Anstieg führt inmitten von farbfrohen Gesteinen, auf denen sich über die Jahrtausende durch Vulkaneruptionen verschiedene Schichten gebildet haben und über grüne Hügel. Herrlich!



Noch mehr Vatn und ein Geheimtipp im Osten Islands

Nach getanem Auf- und Abstieg war es mal wieder Zeit, ein warmes Bad zu genießen.

Diesbezüglich haben wir uns den Isländern wirklich perfekt angepasst. Der Tipp unserer Gastgeberin in Egilsstaðir zeigte sich als Gold wert, als wir nach einer weiteren einstündigen Fahrt durch Nebel -Überraschung- in dem Guesthouse Laugarfell angekommen sind. Ein kleiner Geheimtipp im östlichen Hochland Islands und unweit des Bergs Snæfell.

Dieses Guesthouse hat uns nicht nur mit Café und Kuchen umgehauen, sondern bietet auch ein perfektes Ambiente mit zwei kleine Pools aus natürlichen, heißen Quellen auf Natursteinen. Diese darf man unter einer Ausgleichszahlung von 1.000 ISK (ca. 8 Euro) genießen und so wurden unsere müden Knochen wieder munter.


Papageitaucher am Borgarfjörður - Nahrungsquelle oder Spaßbringer?

Nicht ganz so ein Geheimtipp, aber dafür auch nicht minder empfehlenswert war unser nächster Tagesausflug an den Ostfjord Borgarfjörður, einem Paradies für Wanderer und zum zur Sichtung der witzigen und putzigen Papageitaucher.

Papageitauchen sind offensichtlich eine Spezialität in Island, doch sollte man sich vor dem ersten Verzehr diese tollpatschigen Vögelchen unbedingt mal live ansehen. Ziemlich sicher vergeht dann der Appetit und man beschränkt sich lieber auf das Anschauen.

Da wir am Morgen wieder sehr lange an unserer schönen Unterkunft gebraucht, Pferde bestaunt und den Hofhund Scotti bespaßt haben, hat es bei uns zeitlich leider nicht zum wandern, sondern allein zum Bewundern der Papageitaucher gereicht, die mit ihrem bunten Schnabel und einem überaus amüsanten Watscheln, das dem „Gang“ eines Pinguins gleich kommt, amüsieren.


Isländische Pferde aus nächster Nähe

Am letzten Abend sind wir dann bei uns in der Unterkunft natürlich auch selbst auf isländische Pferde gestiegen und mit Ellen und ihrer Tochter durch die grünen Hügel geritten. Nach einer kurzen Einweisung und der Übersetzung isländisches Pferd - Mensch, Mensch - isländisches Pferd war es grandios und hat selbst im mittlerweile gewohnten Regen sehr viel Spass gemacht.


Der Osten Islands als ganz tolle Region

Die Umgebung Egilsstaðirs und der Osten Islands haben uns unglaublich gut gefallen und sollten bei einer Islandreise wirklich nicht außer Acht gelassen werden. Obwohl wir viele Highlights hier liegen lassen mussten, haben die Sachen, die wir gesehen haben und die Tatsache, dass man hier die isländischen Spots ein bisschen mehr für sich hat, absolut überzeugt.

Durchaus etwas wehmütig, aber erneut bei Wind und Regen sind am nächsten Morgen nach Höfn aufgebrochen und haben die dreitägige Rücktour Richtung Keflavík angetreten, die uns über den Süden nach Selfoss geführt hat. Dazu aber im letzten Reisetagebuch-Beitrag mehr.

Christin Wanderlust
Christin Wanderlust
Frau Wanderlust zeigt dir Wege auf, wie du das Reisen und das Arbeiten in der Heimat verbinden kannst. Eine Weltreise muss dabei nicht immer heissen, dass du deinen Job kündigen und alles aufgeben musst. Also schau doch mal vorbei!

2 Kommentare

  1. Angi sagt:

    Und, fühlen sich Tölt und Pass wirklich so anders an als Trab und Galopp? Gerade tölten soll ja total gemütlich zu sitzen sein!

    • Hallo Angi,

      naja – ehrlich gesagt, habe ich gar nicht so viel Ahnung von Pferden und Trab und Galopp und so. Aber gemütlich war die Reit-Runde auf jeden Fall – und Spaß gemacht hat es auch. Ich hatte zum Glück ein Pferd, das wusste, was es tut 🙂

      Viele Grüße,

      Christin

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