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Digitaler Nomade oder analoger Festangestellter? Das Leben ist eine Reise!

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Das Leben ist eine Reise: zwischen digitaler Nomade und analoger Festangestellter

Digitaler Nomade und analoger Festangestellter. Es sind zwei Berufsrichtungen, die unterschiedlicher nicht sein könnten!

Während digitale Nomaden in der Welt zu Hause sind, für sie 9 to 5 Arbeitsroutinen ein Fremdwort ist und sie auf Reisen ihre Brötchen verdienen, tickt der analoge Festangestellte anders.

Der analoge Festangestellte bleibt zumeist dem Heimatland treu. Er hat in der Regel einen festen Job und feste Arbeitszeiten, genauso, wie ein festes Urlaubskontingent. Wahrscheinlich nennt sich diese Art der Beschäftigung genau deswegen FESTangestellter.


Digitales Nomadentum - das Paradies auf Erden?

Seit ein paar Monaten befasse ich mich mehr und mehr mit der digitalen Nomadenszene. Es gibt unglaublich inspirierende Menschen mit unzähligen spannenden Blogs da draussen.

Einige von ihnen vermitteln vom digitalen Nomadentum ein Bild, dass diesen rastlosen Lebensstil mit dem Paradies auf Erden vergleicht.

Mit dem Traum auf- und auszubrechen und sein festes Leben loszulassen, werben Webseiten für das Leben digitaler Nomaden.

Der Balanceakt als digitaler Nomade

Ein Leben auf der Überholspur! Ein Leben für jedermann?

Sicher ist so ein Leben auf Achse ein sehr spannender Lebensstil, der eine große Bereicherung mit sich bringt und für den Dauerreisenden unbegrenzte Möglichkeiten bedeutet. Ein digitaler Nomade, der so weit gegangen ist, all die gesellschaftlichen Hürden in der Heimat hinter sich zu lassen, für den gibt es sicher keine Grenzen mehr. Dieser Mensch weiß, was es heißt, Träume „einfach“ zu leben.

Gleichzeitig bin ich mir nicht sicher, ob alles Gold ist, was glänzt. "Digitales Nomadentum ist eine, aber nicht die Möglichkeit", schreibt Stefanie bei comfortzoneless.de recht passend.

Reisen baby! Kann es was Schöneres geben?

Seit über zehn Jahren (krass, das liest sich so lang und viel) bin ich meist mehrere Monate im Jahr auf Reisen. Dabei hat das Reisen und das auf Achse sein unzählig viele, fantastische Vorteile.

Man hat das Gefühl, dass man lebt, durch das viele Erlebte. Man lernt spannende Menschen aus aller Welt an den verrücktesten Orten der Erde kennen. Man hat Zeit. Viel Zeit. Man kann sich auf Menschen einlassen. Man kann Sachen lernen, die man schon immer lernen wollte. Man kann sich ausprobieren. Man kann Bücher lesen. Man kann fremdes Essen essen, exotische Früchte vom Baum pflücken.

Überhaupt passiert in kürzester Zeit auf Reisen so viel mehr, als im festen heimatlichen Leben in einer vielfachen Zeitspanne.

Von all diesen Vorteilen kann ein digitaler Nomade nur schwärmen. Hinzu kommt, dass es keine zeitlichen Restriktionen gibt, was die Urlaubstage angeht.

Ein digitaler Nomade surfend am Strand

Digitaler Nomade - das klingt super! Wo ist das Problem?

Gleichzeitig bringt das Vollzeit-Reisen, das Arbeiten in der Ferne und das immer auf Achse sein auch ein paar nachteilige Aspekte mit sich.


Familie okay! Aber gibt es Freundschaften nicht überall?

Mir persönlich ist die Bindung zu meiner fantastischen Familie überdurchschnittlich wichtig. Auch habe ich in den hiesigen Gefilden tolle Freunde und ein einmaligen Mann in meinem Leben. (...wobei man den Mann wohl noch am leichtesten auf Reisen mitnehmen kann.)

Klar! Auf Reisen lernt man viele, wunderbare Menschen kennen. Doch Freundschaften brauchen viel Zeit, bis sie wachsen (einen guten Beitrag zum Thema Freundschaften gibt es im Übrigen hier). Die guten Freunde und die Familie kann man für nichts in der Welt eintauschen. Und diese Menschen sind eben in der Heimat.


Geld verdienen! Wo geht das so gut, wie in einem Euro-Land?

Geld regiert die Welt und ohne Moos nichts los. Da das Leben da draussen mit dem nötigen Kleingeld in der Tasche am meisten Spaß macht, muss auch dieser Aspekt berücksichtigt werden. Deutschland ist einfach ein super Ort, um Geld zu verdienen.

Natürlich kann man auf Reisen ebenso in den entlegensten Winkeln Geld verdienen und auch die digitale Welt eröffnet einem heute unzählige Möglichkeiten.

Dennoch ist es in meinen Augen schwer, irgendwo in der Reisewelt in so kurzer Zeit, wie in Deutschland, so gutes Geld zu verdienen. Der Euro ist einfach in den meisten Teilen der Erde unglaublich viel Wert.


Deutschland ist schön! Warum in die Ferne schweifen?

Gestern noch bin ich mit meinem Fahrrad auf dem Weg vom Beachvolleyball nach Hause durch die grünen Landschaften am Rande Kölns geradelt. Dabei habe ich mir gedacht, wie schön doch auch Köln und die Heimat ist.

Wie oft wird gesagt: "man kennt die entferntesten und entlegensten Länder, doch die Orte vor der Haustür, die kennt man nicht". Diese Binsenweisheit könnte für mich selbst nicht näher an der Wahrheit sein.

Während ich durch viele Länder auf fünf Kontinenten gereist bin, sind viele Städte und Teile in Deutschland für mich noch unbekannt. Man will eben immer das haben, was man nicht haben kann. Oder aber: das Gras nebenan ist immer grüner.


Zu Hause sein! Wann komme ich an?

Manchmal habe ich das Gefühl, ich werde alt. Naja, älter zumindest. Während ich im Studentenleben in einem Wohnheim allein ein 12 Quadratmeter großes Zimmer mein eigen nennen konnte, ist der Wille nach den eigenen vier Wänden stets gewachsen.

Jahrelang bin ich auf Reisen durch Hostels mit allen Formen und Varianten von Mehrbettzimmern getingelt. Bis Anfang diesen Jahres habe ich in Wohngemeinschaften mit zwischen zwei und fünf Mitbewohnern gewohnt. Das war immer abwechslungsreich und hat Spaß gemacht. Doch das Gefühl des Angekommen-sein blieb dabei aus.

Jetzt genieße ich erstmals eine eigene Wohnung. Den Kräutertopf auf dem Balkon, von dem ich mir frische Pfefferminze für den Tee zupfe. Den Lesesessel mit Sonnenblick. Meinen Kleiderschrank mit einer Auswahl an Klamotten. Blumen vom Wochenmarkt auf dem Küchentisch. Zu Hause sein ist auch schön und es ist eine Form des Ankommens!

Ein Zelt und Lagerfeuer in Japan am Meer

Analoge Freiberuflerin und digitale Reisende als goldener Mittelweg

Mit all diesen Vorteilen für ein Leben in der Heimat und den Vorteilen für ein Leben als Reisender, habe ich mich in den letzten Jahren für den goldenen Mittelweg entschieden.

Weder Heimatnaher Festangestellter, noch digitaler Nomade. Vielmehr bin ich analoge Freelancerin und digitale Reisende. Oder Teilzeit-Arbeitende und Teilzeit-Reisende.


Das Marketing-Umfeld als Metier zum Geld verdienen

So bin ich, wenn ich gerade nicht auf Reisen bin, Freiberuflerin und erfülle Projektaufgaben im Marketing-Umfeld. So richtig physisch vor Ort. In Frankfurt, Bonn, Neu Isenburg, Karlsruhe, Köln.


Wieso ein Kompromiss, wenn man beides haben kann?

Dabei gibt mir das Freischaffende die Möglichkeit, frei zu nehmen, wann immer es der Geldbeutel erlaubt und die Zeit reif ist.

Zudem habe ich die Erfahrung gemacht, dass sowohl die Vorfreude auf das Reisen, als auch die wiedergewonnene Freude auf neue Arbeitsinhalte am größten ist, wenn ich das Eine oder das Andere längere Zeit nicht hatte.

Außerdem lässt sich so das Treffen von tollen Menschen unterwegs auf Reisen und der Umgang mit der Familie und den Freunden in der Heimat bestens verbinden. Einmalige Orte in der Ferne und schöne Teile vor der Haustür kombinieren sich, während ich in meinem Lesesessel die nächste Reise plane.

Also! Es ist gar nicht zwangsweise notwendig, sich für das Eine oder das Andere zu entscheiden.

Mit ein bisschen Planung und Umsetzungsdrang kann man das Arbeiten auch wunderbar mit längeren Reisen und Auszeiten im Jahr kombinieren und die positiven Aspekte beider Wege nutzen.




Wie siehst du das? Siehst du die gleichen Vorteile der beiden Lebensstile digitaler Nomade versus jemandem, der in der Heimat lebt und arbeitet? Schwebst du auch zwischen dem Arbeitsleben und dem Reisen? Ich bin wieder gespannt auf deine Kommentare.



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Christin Wanderlust
Christin Wanderlust
Frau Wanderlust zeigt dir Wege auf, wie du das Reisen und das Arbeiten in der Heimat verbinden kannst. Eine Weltreise muss dabei nicht immer heissen, dass du deinen Job kündigen und alles aufgeben musst. Also schau doch mal vorbei!

5 Kommentare

  1. Chris sagt:

    Hallo Christin,

    dein Artikel bringt es in meinen Augen sehr treffend auf den Punkt. Gerade weil die Kombination von beiden Welten doch irgendwie am schönsten ist. Hätte ich selbst vorher nicht gedacht, aber nach mittlerweile drei Monaten auf Achse vermisst man das eine oder andere aus Deutschland schon. Zwar noch lange nicht so stark, dass die Reise schon vorbei wäre, aber ich kann erahnen, dass es mir in den kommenden Monaten so gehen wird. Wahrscheinlich brauche ich halt hin und wieder etwas Beständigkeit 😉

    Letztlich ist natürlich jeder Mensch anders und jeder hat seine eigenen Bedürfnisse. Ich möchte dir jedenfalls danken, dass du mir eine weitere Möglichkeit aufgezeigt hast!

    Liebe Grüße aus Guatemala
    Chris

  2. Stefanie sagt:

    Hallo Christin,
    super Artikel, der das digitale Nomadentum auch mal von einer anderen Seite beleuchtet. Mit dem Weg, den du eingeschlagen hast, gehst du als Alternative oder Mischform oder wie man es nennen mag als lebendes Beispiel voran. Ich kann mir vorstellen, dass du damit viele inspirieren kannst. Du zeigst, dass man nicht komplett alle Zelte abreisen muss, um Reisen und Arbeiten zu vereinen. Je nach Background und Leidenschaft lässt sich ganz oft ein Modell finden, bei dem man – wenn auch nur für ein paar Jahre – so einen Mittelweg fährt. Damit teilen wir ganz ähnliche Gedanken.
    Im Moment arbeite ich in New York für eine befristete Zeit – kurz genug, um nicht sesshaft zu werden und danach wieder zu reisen, aber lang genug um in die amerikanische Arbeitswelt hinein zu riechen.
    Hab lieben Danke für den Verweis auf meinen Artikel!
    Viele herzliche Grüße,
    Stefanie

    • Hallo Stefanie,

      vielen, vielen Dank für deinen Kommentar und deine positiven Worte. Da freue ich mehr sehr drüber.

      New York klingt auch sehr spannend und das Reisen danach sowieso. Ich wünsche dir bei beidem sehr viel Spaß!

      Und gerne, gerne. Dein Blog und thematisch passend natürlich dieser Beitrag sind sehr gelungen.

      Schöne Grüße aus Köln nach NY,

      Christin

  3. Imke sagt:

    Hallo Christin, ein super Artikel! Ich beschäftige mich in letzter Zeit auch oft mit der Frage „wie will ich eigentlich leben“ und hab noch am Freitag jemandem erzählt, dass meine Idealvorstellung ein Leben mit festem Wohnsitz aber genug Freiheit zum immer mal wieder Reisen wäre. Bis ich diese Vorstellung in die Realität umsetze (bzw. es versuche), muss ich wohl erst noch einiges an Angst und Selbstzweifel überwinden 😉 Aber irgendwann vielleicht… Insofern Respekt, dass du das so gewuppt hast. Liebe Grüße, Imke

    • Hallo Imke,

      vielen Dank für deinen Kommentar und deine Offenheit. Super gut! Deine Idee liest sich wunderbar 😉

      Tatsächlich ist ein bisschen, naja, ich nenne es mal Respekt vor der Umsetzung ganz normal. Für mich war es vor der Umsetzung auch nicht so klar, dass alles so reibungslos klappen würde, wie es dann funktioniert hat. Aber: wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

      Am Ende hilft es, wenn du dich fragst, was das Schlimmste ist, was passieren kann, wenn dein neuer Weg nicht funktionieren sollte. Verlierst du deinen Job? Deine Wohnung? Selbst wenn du dir dein absolutes Worst Case Szenario ausmalst, ist es sicher nicht sooo schlimm. Und am Ende wird es auf jeden Fall besser kommen 🙂

      Also! Wenn du noch ein paar Motivationsspritzen brauchst, melde dich nochmal. Ich stehe da gerne zur Verfügung 🙂

      Schöne Grüße sendet dir,

      Christin

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